Hoch her geht es in der Gamer-Szene, Microsoft macht mal wieder ernst und hat etwa eine Millionen modifizierte Xbox 360 vom hauseigenen Internetdienst Xbox Live ausgesperrt. Die Modifikation an der Box hatten es möglich gemacht raubkopierte Spiele auf der Konsole zu spielen.
Dass die Aktion alles andere als durchdacht ist, scheint den Jungs aus Redmond aber nicht ganz klar zu sein. Gut, Spieler die ihre Xbox modifizieren kaufen zwar deutlich weniger bzw. gar keine Spiele mehr – diese Einnahmequelle fällt also weg, aber dieses Problem geht Microsoft mit ihrer Sperrung auch gar nicht an.
Denn die Boxen funktionieren mit Ausnahme der Internetfunktion genauso wie vorher, das heißt im Klartext: Es kann und wird munter weiter raubkopiert werden. Was noch schlimmer ist: Die Nutzer, die zwar ihre Box gemoddet, allerdings trotzdem noch Originalspiele gekauft haben, um sie online zu spielen, werden jetzt komplett auf Raubkopien umsteigen. Hier schließt sich also eine erste Einnahmequelle von Microsoft.
Weitaus schlimmer ist jedoch, dass sich Microsoft der einzigen weiteren großen Einnahmequelle von Raubkopierern selbst beraubt – Xbox Live ist in der „Gold“-Version nämlich ein Aboservice. Jeder Spieler, der Xbox-Live vollständig nutzen will bezahlt dafür rund 20 Euro für drei oder 60 Euro für 12 Monate. Neben diesen Zugangskosten gibt es noch jede Menge Bezahlinhalte auf Xbox-Live: Leih-Filme, Spiele und Add-ons, die für schmales Geld zum Download bereitstehen.
Diese einzigen Möglichkeiten doch noch Geld von Raubkopierern zu bekommen schlägt Microsoft mit seinem großflächigen Bann also komplett aus. Statt Xbox Live lieber auf irgendeine Art zu beschränken und somit die Kunden zu „ermutigen“ die Modifikation ihrer Boxen zurückzunehmen, werden sie lieber komplett ausgesperrt. Ein „kastriertes“ Live würde auch das Cheaten verhindern, das wohl auch ein Grund für den Bann sein soll, ohne gleich komplett auf die zusätzlichen Einnahmen der Modder zu verzichten.
Mir ist durchaus klar, dass Microsoft irgendwas gegen die Modifizierung ihrer Hardware und das Raubkopieren machen muss, aber ob da eine Sperrung von Bezahldiensten der kaufmännisch richtige Weg ist, wage ich einfach mal zu bezweifeln. Denn haben die Raubkopierer bisher wenigstens noch ein bisschen Geld an Microsoft bezahlt, fallen sie als Kunden jetzt komplett aus – und bei über einer Millionen gesperrten Boxen von den bisher 35 Millionen ist das eigentlich gar nicht so wenig.
Für mich ist die Aktion ein klarer Fall von übers Ziel hinausgeschossen, das hätte man anders lösen müssen. Bei ihren Betriebssystemen verfährt Microsoft ja auch anders und lässt den Anwender wenigstens eine Chance den Misstand zu beseitigen.
Naja, da verfolgt man eine Politik die sich lieber selbst das “infizierte” Bein komplett amputiert. Insoferm ähnelt die Computer(spiel)industrie (die neueren Konsolen sind in ihrem Aufbau im Prinzip nichts anderes als Computer) stark der Musikindustrie. Man ist garnicht, bis nur sehr langsam bereit ist dem Zweig und dem Milieu dem man durch die Konsumenten so verwandt ist entgegenzukommen.
15.11.2009 um 14:59 | antwortenVerständlich insofern, dass in Anbetracht einer “0-Toleranz”-Politik der Schritt eben doch irgendwie Sinn macht, fragwürdig wenn man an die Zukunft denkt. Aber vielleicht auch nicht – sieht man sich die letzten Jahre an wird doch klar das die “goldenen” Zeiten des Internets durchaus langsam enden könnten, was vor allem mit wachsendem Interesse der Politik, dem Staat an sich (insbesondere der Legislative…) weltweit an dem Thema zu tun hat.
Darauf hoffen sicher auch die großen Publisher was – wie noch einmal betont – eigentlich komplett ironisch ist, um es mal politisch auszudrücken: Die Revolution frisst ihre Kinder.
Krass – Ich würde für das Spielen im “Internet” niemals Geld ausgeben!
15.11.2009 um 16:35 | antwortenjeder gamer der auf irgendeiner plattform online spielt gibt dafür geld aus.
15.11.2009 um 18:38 | antworten@Pitchi: hmm, kommt drauf an, wie man das sieht. Ich habe für CS nur einmal 10€ bezahlt und seitdem online gezockt, mal mehr mal weniger. Oder meintest du das so, dass ich ja sozusagen meine I-Net Flatrate bezahlen muss, damit ich online zocken kann?!
15.11.2009 um 20:04 | antworten@Robert: jo, genau so meint ich das. da hat man dann zwar noch mehr von als nur online zocken zu können, aber wenn mans streng nimmt muss man das so sehen.
15.11.2009 um 22:35 | antworten@Robert: Wobei ich jetzt doch mal einschneiden muss, das Robert kein wirklicher “zocker” is…
16.11.2009 um 01:56 | antwortenWer ein echter Gamer ist, der zahlt für sein Hobby auch, da brauch man glaube nicht diskutieren, so ist das halt mit Hobbies
16.11.2009 um 13:22 | antworten@buzze: Naja aber von Briefmarken habe ich etwas, von Handball spielen auch. Aber von Computerspielen im Internet??
16.11.2009 um 13:50 | antworten@Felix: Das ist doch jetzt nicht ernst gemeint oder?
Es soll Leute geben die halten Briefmarkensammeln für total bescheuerte Geldverschwendung und viele Leute sehen keinen großen Unterschied zwischen realen und virtuellen Sport. Beides setzt Disziplin, Können, Übung und Wettkampfgeist voraus, um erfolgreich zu sein.
Ich würde auch niemals Geld dafür ausgeben irgendwas zu spielen, aber ich kann durchaus verstehen, wenn es jemand tut. Ich habe Leute für weitaus sinnlosere Sachen Geld ausgeben sehen.
16.11.2009 um 14:06 | antwortenZum Beispiel fürs Drucken politischer Flyer, die am nächsten Tag zu hunderten im Dreck liegen und nur eins propagieren: Massenhaftes Waldsterben für die Herstellung.
16.11.2009 um 18:52 | antwortenHier hätte ich ein bisschen mehr Toleranz von dir erwartet Felix. Klar gibt es hunderte Methoden Geld sinnlos auszugeben, hier ist das aber nicht der Fall. Ich zahle dafür unterhalten zu werden / mich zu unterhalten. Freizeitbeschäftigung halt. Hier immer einen “materiellen” Wert zu erwarten widerspricht schon von vornerein dem Zweck der Sache. Auch wenn manche leute natürlich nur im Besitz Vergnügen finden…
@Felix: ich wette du hast keine 3 sekunden drüber nachgedacht bevor du das geschrieben hast
16.11.2009 um 22:12 | antworten@Celle: Gott sei dank bin ich kein richtiger Zocker. Hab auch noch nie für irgendwelche extra inhalte geld bezahlt…und werd ich auch nie.
17.11.2009 um 10:52 | antwortenAber muss Buzze recht geben, die richtigen gamer werden das wohl machen^^.
Sehe das genauso wie Celle, Jedes Hobby kostet halt irgendwo Geld. Jeder muss wissen was sein Leben lebenswert macht. Bei mir isses sicher nicht das Sammeln von Briefmarken.
17.11.2009 um 15:05 | antworten@robert: “Gott sei Dank”? Noch eine Wertung, man haben wir viele intolerante Leute hier.
17.11.2009 um 16:09 | antworten@celle: Jo
18.11.2009 um 15:06 | antworten