Soso, Spreeblick streikt heute also.
Arbeitsniederlegung gegen das Gesetz zur Sperrung von Internetseiten, welches heute von der Bundesregierung beschlossen werden soll. Gut, dass es jemand mal macht. Gut, dass jemand mal zeigt, dass das was Schäuble und von der Leyen abliefern nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann.
Nur, habe ich wieder einmal das Problem, dass ich nicht weiß was ich von der ganzen Aktion halten soll. Mich erinnert das ganze doch sehr an einen Kampf gegen Windmühlen. Ich glaube nicht, dass Spreeblick, oder irgendein anderes deutsches Blog, mittlerweile so bedeutend ist, dass die weite Öffentlichkeit, geschweige dieser weltfremde Haufen im Reichstag da ernsthaft Kenntnis von nimmt.
Die guten Spreeblicker überschätzen sich hier eher mal wieder. Man will so gerne etwas von Bedeutung machen und scheitern an seiner eigenen Bedeutungslosigkeit. Man wird sich wieder kollektiv auf die Schultern klopfen und zufrieden drüber schwärmen was man doch für ein dufter Haufen sei. Und ändern wird sich nichts. Gar nichts.
Aber hey, “wir waren gleich dagegen.”
Weiß jetzt nicht, was man hier groß Streiken soll, wenn die Sperren doch sooooo leicht zu umgehen sind, wie alle sagen.
Aber vielleicht klärt uns Felix hier auf
22.04.2009 um 14:25 | antwortenIch denke der Streik ist ein schönes, aber eben leider komplett wirkungsloses Zeichen. Besser wäre es wohl, weiter in die Welt hinauszuschreien, was für ein gigantischer Unfug da in Berlin praktiziert wird und das nicht nur online, sondern auch privat zu tun.
22.04.2009 um 16:18 | antwortenAlso Internetseiten sperren ist wirklich schwachsinnig. Gerade weil man die Sperren so leicht umgehen kann. Lieber sollen die Seiten mit kinderpornographischen Inhalten gleich vom Netz genommen werden.
Außerdem halte ich die Befürchtigungen, dass die Zensurmaßnahmen auch auf andere von Politik und Wirtschaft unerwünschte Seiten ausgeweitet werden könnten, auch nicht für ganz unberechtigt.
Nun sollen ja auch noch die ganzen Nutzerzugriffe mitgeloggt und ans BKA weitergegeben werden. Also falls man wirklich mal aus Versehen auf einer gesperrten Seite landet (weiß zwar nicht wie, aber kann ja passieren, wenn z.B. auch Seiten gesperrt werden, die eigentlich keine gesetzeswidrigen Inhalte aufweisen, was ja viele Kritiker befürchten) und dann hat man gleich das BKA am Arsch.
Also ganz Geheuer ist mir die ganze Sache auch nicht.
Der FeFe befürchtet ja sogar, dass das mit der nicht funktionierenden Zensur nur ein Trick ist, um die Zensur leichter einzuführen und um im nächsten Schritt die richtige (funktionierende) Zensur zu etablieren.
/edit: Achso, dieses interessante Interview mit einem Missbrauchsopfer, das gegen die Netzsperren kämpft, wollte ich noch verlinken.
22.04.2009 um 16:22 | antworten@norm: heftig… also der letzte link.
ansonsten absolut auch meine meinung.
ich find das auch so dermaßen weltenfremdet was da teilweise in der regierungszentrale abgeht, also entweder sind wir wirklich alle so unglaublich doof das wir da irgendeine taktik nicht verstehen oder Herr Schäuble & co haben vom medienzeitalter wirklich noch viel weniger ahnung als wir ohnehin schon glaubten.
22.04.2009 um 19:25 | antworten