Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen heißt es so schön, aber ich glaub ich hab heut Lust ein paar Scheiben zu zertrümmern. Oder kann mir jemand mal erklären, was zum Teufel eigentlich so wahnsinnig toll an dieser total Web2.0-Laber-Konferenz re:publica sein soll?!
Seit drei Jahren findet die große Social-Media-Konferenz nun statt und immer noch gibt’s dort nichts, aber auch wirklich gar nichts von Belang zu sagen. Dafür gibt’s dann halt von allen ein bisschen: Werbung, altbekanntes, Überflüssiges, aber natürlich auch ein ganz klein wenig Nützliches.
Trotzdem bleibt meist nur der überflüssige Grundtenor, das wir coolen Blogger und Web2.0-Freaks eigentlich die absolute Elite und Zukunft der Medien sein sollen – zumindest ein wichtiger Teil der Medien von Morgen. Dass dem – zumindest in Deutschland – sicherlich nicht so sein wird, sollte sich aber auch auf der re:publica herumgesprochen haben. Für die hiesigen Medien sind wir nach wie vor Klickvieh, das inzwischen halt mit Facebook, Twitter und Redaktionsblogs zugemüllt wird.
Zu mehr taugt die deutsche Blogosphäre leider nicht. Wenn man sieht, welche gesellschaftlichen Diskurse in anderen Ländern in Blogs gefochten werden, der kann sich nur wundern, dass Deutschlands Blogosphäre noch vor der aus Österreich liegt.
Wenn in Deutschland Blogs in den Massenmedien auftauchen, dann sind das meist die, die sowieso schon von Journalisten oder Medienfuzzies betrieben werden – selbstreferenzielles Gedöns halt. Blogs sind in Deutschland zum Resonanzraum der Medien verkommen, zu Linkschleudern für Spiegel & Co. Und wenn sich Blogs nun deswegen für gesellschaftlich unverzichtbar halten, dann begehen sie denselben Fehler, wie die Massenmedien.
Medienjournalisten, Blogger und Twitterer sind nun mal nicht die Gesellschaft, sie sind ein stark mit sich selbst vernetztes Subsystem. Das ist im Moment scheinbar so extrem mit sich selbst beschäftigt, dass es nicht merkt, welchen Stellenwert Blogs, Twitter und Social Media eigentlich wirklich haben – in Deutschland nämlich so gut wie keinen. Na gut, wenn man als hipper A-List-Blogger nur mit schleimenden Blog-Groupies zu tun hat, die eh zu allem beipflichten und total dufte finden, dann kann man schon mal das große Ganze aus den Augen verlieren.
Aber was schreibe ich hier, Fefe hat es eigentlich schon treffend formuliert: “Draußen geht die Welt unter und in Berlin treffen sich die belanglosen Labertaschen zum gemeinsamen Synchron-Twitter-Wichsen mit eigener Flickr-Group?”
Schön gesagt
Ich selber könnte das nie so sagen/schreiben. Aber recht haste
02.04.2009 um 20:39 | antworten