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Onlinefernsehen – eine Bestandsaufnahme

Die Zukunft des Fernsehens liegt im Internet, das ist keine allzu gewagte Prognose. Wie das Ganze allerdings umgesetzt werden soll, daran scheiden sich die Geister derzeit noch gewaltig.

Die einen halten YouTube mit seinen Spaß- und Unterhaltungsvideoclips schon für die Zukunft – eine Plattform, auf der sich die Jugend von heute ihr „Fernsehprogramm“ zusammenstellt. Das ist in meinen Augen allerdings eher ein Wunschtraum – YouTube Inhalte sind zu stark fragmentiert. 10 Minuten Längenbeschränkung lassen wirkliche Serien- oder Filminhalte noch nicht zu.

YouTube ist also mehr das ADS-Fernsehn für Leute, die sich für normales Fernsehen nicht lang genug konzentrieren können.

Wie das Fernsehen der Zukunft aussehen könnte, zeigt die US-amerikanische Plattform Hulu.com, auf der aktuelle Serien und einige mehr oder weniger hochkarätige Filme zum Streaming bereitstehen. Unterbrochen von kurzen Werbeblöcken, kann man hier die neuste Simpsons-Folge ansehen oder den aktuellen Fall von Dr. House verfolgen. Einziger Nachteil – der Dienst funktioniert nur in den USA. Alle anderen schauen in die Röhre. Der Erfolg gab Hulu bislang recht, auch wenn es derzeit etwas knirscht im Getriebe, sehe ich hier eher die Zukunft des Fernsehens als bei YouTube.

Aber was passiert in Deutschland auf dem Gebiet? Die Fernsehsender aus good ol‘Germany tummeln sich alle mehr oder weniger aktiv im Netz der Netze, wobei keiner eine wirkliche Strategie zu verfolgen scheint.

Altes Fernsehn – neue Wege

Neben den üblichen Fernsehstreams, die eigentlich nur die öffentlich rechtlichen Sender konsequent über Browserstream und Zusatzprogrammen wie Zattoo anbieten, wird jetzt verstärkt auf Zweitverwertung im Internet hingearbeitet. Die Inhalte werden dabei On-Demand, also auf Abruf bereitgestellt.

So kann man z.B. auf RTLnow.de viele eigenproduzierte Inhalte sehen, die Highlights bleiben allerdings kostenpflichtig. ProSieben und Sat1 stellen scheinbar wahllos irgendwelche Shows online, nach welchem System sie dabei vorgehen, bleibt allerdings schleierhaft.

Die Devise bei den privaten Sendern scheint allerdings ganz klar zu sein: Den Mist, den sowieso keiner sieht, der kommt auch kostenlos ins Netz.

Halbwegs überzeugen kann in Deutschland eigentlich nur die ZDFmediathek. Schön übersichtlich und umfangreich kann man hier im Programm stöbern. Auch wenn ab und an ein Inhalt aus rechtlichen Gründen rausfällt. Das meiste steht für 7 Tage nach Ausstrahlung auf Abruf bereit. Vor allem bietet sie bei Showhighlights wie Wetten dass…? oder Sportveranstaltungen Livestreams an.

OnDemand für Lau

Schön und gut, kann man nun sagen, aber was ist mit Filmen? Auf dem Gebiet wird in Deutschland im Moment etwas herumexperimentiert. Vor einiger Zeit startet Microsoft mit movies.msn.de eine Streaming-Plattform mit einigen Filmhighlights (American History X, Good Will Hunting) und recht unbekannten Serien. Hier kann man kostenlos Filme sehen, muss aber alle 10 Minuten einen kurzen Werbespot ertragen.

Ganz neu ist hingegen der Vorstoß von T-Online, die ihrem sonst kostenpflichtigen Video-On-Demand-Service Videoload einen kostenlosen Bereich spendiert haben. Auch hier werden ältere Filme angeboten, mit einigen wenigen Perlen und viel Mist dazwischen – ähnlich wie bei MSN.

Umfangreicher ist allerdings der Serienteil, der doch einige interessante Inhalte zu bieten hat, unter anderem einige alte Folgen vom legendären Beat-Club.

Besonders für Musikliebhaber wird bei Videoload tatsächlich geklotzt und nicht gekleckert. Viele Konzertmitschnitte stehen hier kostenlos zum Streamen bereit. Von Muse, über Maximo Park, Pete Townshend bis hin zu David Bowie, da sollte für jeden was dabei sein.

Einzig die etwas hakelige Benutzeroberfläche von Videoload und die notwendigen Plug-ins dürften den einen oder anderen User von der Benutzung es Dienstes abhalten. Zu allem Überfluss gibt’s auch keine Möglichkeit, die Videos in Vollbild zu streamen.

Fazit: Zwischen Heute und Morgen

Das Fernsehen von Morgen ist in Deutschland mit einigen Abstrichen schon heute möglich. Zwar gibt es hier offiziell noch keinen so komfortablen Dienst wie Hulu, aber hier und da zeigen MSN, Videoload und die ZDFmediathek, wo die Reise hingehen wird.

Wie sieht’s bei euch aus? Welche legalen Videodienste kennt ihr noch, die in Deutschland nutzbar sind?

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3 Kommentare

  1. celle:

    schaue selten fern über stream, muss ganz ehrlich sagen ich bin dem guten alten fernsehr noch verhaftet (der ja nebenbei laufen kann ohne meinen computer zu belasten)
    das einzige was ich streame is mal ab und zu musik (da gibt’s ja mittlerweile viele viele dienstre)
    und ansonsten…. ja legal hängen wir deutschen wirklich ein bisschen hinterher

  2. Peter:

    Das Problem ist, das es in den USA schon aufgrund der Einwohner viel mehr Interessenten gibt. Ich bin aber derzeit soweit – Ich stream alles was zu streamen geht, vorallem Fußball von ARD und ZDF…die Mediathek ist schon klasse. Auch Wintersport etc. geht halt auch auf Arbeit gut ;-)

  3. Tobias K.:

    Das einzige was ich streame ist South Park auf http://www.southparkstudios.com/ und Willkommen Österreich auf http://www.willkommen-tv.at

    Also direkt bei der jeweiligen Homepage der Sendung. Und beim ZDF mal ab un zu…

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