Ein Regierungsmitglied, namentlich Verbraucherschutzministerin Aigner, sieht durch Street View die Privatssphäre verletzt. Obwohl Googles Abfotografieren von Straßenzügen wohl durch die Panoramafreiheit geschützt sein dürfte, möchte sie, dass Google vorher alle Bürger fragt, ob ihre Häuser bzw. sie selbst fotografiert werden.
Werden denn jetzt auch alle Bankkunden, die auf der Steuer-CD stehen gefragt, ob man ihr Daten mit den Finanzämtern abgleichen darf? Oder darf ich es ablehnen, dass mein Arbeitgeber persönliche Informationen an ELENA sendet? Darf ich wenigstens der Vorratsdatenspeicherung widersprechen? Wohl kaum, aber wenn Google eigentlich nur das macht, was andere in Deutschland schon längst praktizieren, dann stehen profilierungsgeile Politiker plötzlich hinter einem Mikrofon und vor einer Kamera. Dass sich die deutsche Politik und auch Frau Aigner bisher nicht unbedingt als große Verteidiger der Privatsphäre oder des Datenschutzes profilieren haben, lässt diese Google-Rüge fast schon absurd erscheinen.
Eine leichthin geforderte Abkehr von der Panoramafreiheit – und das ist es, was Aigner mit ihrem Geschwafel ja andeutet – dürfte sicherlich nicht im Interesse von Journalisten, Fotografen und dem gemeinen Touristen sein. Wie immer habe ich einfach nur das Gefühl, dass hier mal wieder jemand sein erschreckendes Unwissen populistisch nutzen möchte, um von wichtigen Themen abzulenken. Wie wäre es denn wenn sich unsere oberste Verbraucherschützerin mal den Krankenkassen, Energieerzeugern oder vielleicht den Mineralölfirmen zuwenden würde? Also den Themen, die den Verbraucher mal wirklich interessieren würden? Dieses völlig primitive Google-Bashing wird langsam lächerlich.
Die derzeitige Bundesregierung hat einen Verbraucherschutzminister? So? Hab ich bisher noch gar nix von gemerkt.
06.02.2010 um 22:03 | antwortenMoment, ich mehr auch jetzt noch nichts davon, denn was Frau Aigner da betreibt steht auf meiner Liste, mit Dingen, um die sich ein Verbraucherschutzminister kümmern sollte, in der Tat nicht drauf.
Kann mich dem bis jetzt vorherrschenden Meinungsstrom nur konsequent anpassen und behaupten: Was für ein ganz und gar lächerlicher, ironischer und selbstparodierender Posten…
06.02.2010 um 23:03 | antwortenSicherlich gibt es viele Punkte, die man an Google kritisieren kann, aber wer im Parlament unter der Glaskuppel sitzt, sollte nicht mit Steinen um sich werfen
07.02.2010 um 10:56 | antworten