Sport

Geradlinigkeit, Herr Löw?


Creative Commons License by ovit

Es ist raus. Torsten Frings wird nicht bei der WM in Südafrika nicht im Kader stehen. Ich als Bremen-Fan finde dies Schade, kann aber auch die Leute verstehen die gegen eine Wiederberufung des Lutschers sind. Joachim Löw hingegen kann ich nicht verstehen. In meinen Augen lässt der Bundestrainer schon seit geraumer Zeit jegliche Konsequenz in seinen Entscheidungen missen. Es ist sportlich nicht zu erklären, dass ein gestandener Nationalspieler wie Torsten Frings, der zugegebener Maßen viele Verletzungsorgen und Formschwächen hatte, nicht zur WM fährt, ein Thomas Hitzlsperger, der seit der Stuttgarter Meistersaison seine Topform nur noch als Schatten am Horizont zu sehen bekommt, es voraussichtlich hingegen tun wird. Bei Frings zeigt die Formkurve immerhin nach oben, auch wenn sie wohl nie mehr ihr Maximum erreichen wird. Ganz nebenbei bemerkt würde ich auch lieber Simon Rolfes auf dem Platz neben Ballack sehen, aber darum geht es hier nicht. Vielmehr stört mich die Stuttgarter Brille durch die Löw alles zu sehen scheint.

Der Bundestrainer misst einfach all zu oft mit zweierlei Maß. Wenn er sich zu seinen Spielern bekennt, die in der Nationalelf ihre Leistung gebracht haben, und diese spielen lässt, finde ich dies zwar problematisch, kann es aber akzeptieren. So geschieht es ja schon seit Ewigkeiten im deutschen Sturm. Miroslav Klose und Lukas Podolski sind in der Bundesliga weniger als ein Schatten ihrer Selbst, machen aber für die Nationalmannschaft gute Spiele. Solang dies der Fall ist bin kann ich damit Leben, dass der Bundestrainer an ihnen festhält. Nur ist es gegenüber Leuten wie Stefan Kießling, der seit Jahren mindestens so mannschaftsdienlichich wie Klose spielt und seit dieser Saison auch noch oft trifft, äußerst unfair ihn so lange auf eine Nominierung warten zu lassen und nicht eine ernsthafte Alternative zu sehen. Müsste aber, wenn Löw so verfahren würde, ein gediegener Nationalmannschaftsspieler wie Frings nicht berücksichtigt werden? In Löws Augen scheinbar nicht, denn Frings hat einmal zu oft das Maul aufgemacht und dies stört den Teamchef. Joachim Löw sucht sich seine Spieler nach persönlichen Vorlieben aus. Mit wem er gut kann, der spielt. Da haben es Querdenker und Lautsprecher, wie Frings oder Wiese, natürlich schwer.

Löw verfolgt diese Linie, auf erfahrene Spieler zu setzten, also nicht konsequent genug. Stattdessen lässt er reihenweise Spieler wie Serdar Taşçı, Tobias Weis, Christian Träsch oder Cacau debütieren, welche von der Nationalmanschafft soweit entfernt sind wie Hertha vom Klassenerhalt. Wenn diese Spieler Top-Leistungen bringen würden, wäre nichts einzuwenden. Nur fragte man sich doch zeitweise, was solche Leute überhaupt in einer Profimannschaft verloren hätten. Man bekommt den Eindruck es reiche aus für den VfB Stuttgart gegen den Ball zu treten oder von sonst wo aus dem erweiterten Schwabenland zu kommen. Objektivität sieht anders aus.

Joachim Löw ist Bundestrainer. Ich bin es nicht. Von daher kann er machen was er will, nur muss er es dann auch richtig tun. Einmal so und dann wieder völlig anders zu entscheiden, zeichnet ein äußerst schlechtes Bild des Bundestrainers, den ich per se für keinen schlechten halte. So jedoch wünsche ich mir, dass mal wieder ein großes Turnier so richtig nach hinten losgeht, damit Löw endlich einmal einsehen muss, dass er in seinem System nicht zielstrebig genug ist. Ein deutsches Ausscheiden in der Vorrunde, wäre ein Traum.

Zumal eh England Weltmeister wird, aber das steht auf einem anderem Blatt.

Sport

Rafati ist nicht schlecht sondern nur unbeliebt

Vor einigen Wochen ist Babak Rafati von dem Bundesliga-Spielern zum schlechtesten Schiedrichter der Liga gewählt worden. Die Sport-Bild hat heut den Grund parat. Dort wurden alle Unparteiichen, die seit 1999 mehr als 34 Spiele gepfiffen haben darauf untersucht wie heimlastig sie pfeifen. Raus kam Herr Rafati ist auf den letzten Platz der aktiven Schiedsrichter und so mit am wenigsten Heimschiri. Was damit wohl auch der Grund für seine Unbeliebtheit ist.

30. Babak Rafati, seit 2005 Bundesliga: Heimsiege 24 von 64 = 37,5 %, Elfmeter für Heimteams 2 von 6 = 33,3 %, Platzverweise gegen Gäste 4 von 9 = 44,4 %, Fehlentscheidungen zugunsten der Heimteams 14 von 30 = 46,7 %, Heim-Schiri-Faktor 40,5%

Kultur, Sport

Weisheiten

David Foster Wallace:

»Beauty is not the goal of competitive sports, but high-level sports are a prime venue for the expression of human beauty.«

Kann – und sollte – man vielleicht einfach mal so stehen lassen.

via

Kultur, Sport

UEFA EURO 2012 Logo

Die UEFA hat das neue Logo, oder was auch immer, für die EM 2012 vorgestellt. Wo wir dann auch wieder beim LSD wären.

Irgendwas von Wäldern und Wiesen und Blumen und der Sonne und dem Himmel will man uns erzählen. Ah ja, alles klar.

Sport

Gedanken in Wort und Bild (#13)

Gedanken in Wort und Bild #13 - et-jeht-so.de

Leute, Sport

Sepp Maier schnupft

Früher war alles besser. Auch im Fussball. Um mal ein Zitat von Gerd Müller leicht abzuwandeln. Es sind die Profis noch nicht mit ihren Audis zum Shoppen in die Maximilianstraße gefahren, sondern hatten noch ordentliche Hobbys. Sepp Maier zum Beispiel, Schupftabak. Und nebenbei noch Geräte für das angenehmere schnupfen zu erfinden. Tiroler Schnupfhammer und wischi waschi… äh, ja.

Und Lothar Matthäus war auch nicht der erste, der von sich immer in der dritten Person gesprochen hat. Aber seht selbst…

Der Ausschnitt ist übrigens aus der grandiosen Dokumentation ”30 Jahre – Die Spieler” die hier in der ZDF Mediathek zu sehen ist. Wunderbare Interviews und Anekdoten von damals™. Willi “Ente” Lippens beim Angeln, Franz Beckenbauer erklärt die wirtschaftlichen Probleme und andere Highlights sind zu bestaunen.

via

Politik, Sport

Irland – Frankreich 1:0

Soso, dachten sich die Iren, der französische Präsident möchte also das Relegationsspiel sehen und dafür eine VIP Box bekommen. Nun, die könne er haben…

Ein Briefwechsel.

via

Kultur, Sport

War er drin oder doch nicht?!

In der freien Wildbahn sind sie nicht gern gesehen, die Kameras. Die Gefahr der orwellschen totalen Überwachung kommt da sofort als Argument. Nur Überwachungschips sind noch unbeliebter als Kameras, die jeden Winkel ausleuchten können. Beides soll aber am liebsten sofort, hier und jetzt in der Bundesliga eingeführt werden, nur weil bei Bayern gegen Hoffenheim ein zugegeben ziemlich deutliches Tor nicht gegeben wurde. Wie schlimm …

Nach dem Spiel war man sich nicht nur einig, die Punkte brüderlich zu teilen, sondern auch, dass endlich eine Torkamera kommen muss. Warum das so eminent wichtig sein soll, will mir allerdings nicht einleuchten, was wäre denn passiert, wenn das Tor von Simunic in der 11. Minute gegeben worden wäre? Hätte Hoffenheim gewonnen? Wäre Bayern aus seiner Lethargie erwacht und hätte das Spiel gedreht? Oder wäre doch nur ein Unentschieden rausgekommen?!

Zutreffen könnte alles und genau diese Ungewissheit macht doch den Fußball letztlich aus. Das Gefühl, sich auch nach einem unglücklichen verlorenen Spiel als Sieger zu fühlen, weil der Schiri ja dieses und jenes Tor nicht gegeben hatte. Genau dieses Gefühl würde mit einer Torkamera verschwinden, denn wenn die Torkamera erstmal da ist, ist es nur ein kleiner Weg bis zum Video-Beweis, dem dann alles unterworfen wird. Wo wäre dann, das wunderbare Was-wäre-wenn-Gefühl?!

Und seien wir doch mal ehrlich, worum geht es bei dieser ganzen Diskussion über die Torkamera eigentlich? Um die Fans, damit sie endlich klare Ergebnisse sehen? Wohl eher nicht. Es geht um Geld, sehr viel Geld und ich bin entschieden dagegen, den Fußball noch mehr dem Geld Untertan zu machen.

Der Fußball wäre um eine wichtige Eigenschaft beraumt, wenn Torkameras, Video-Beweis oder Überwachungschips für den Ball eingeführt werden sollten, er wäre der Emotion beraubt, der Wut, Empörung, aber auch Freude und Erleichterung. Ich für meinen Teil brauch keinen technokratischen Fußball, ich brauch den emotionalen.

Sport

Ronaldo 9

Wie vielleicht einige von euch mitbekommen habem, wurde heute Cristiano Ronaldo in Madrid vorgestellt. 80000 Leute haben sich extra auf den Weg ins Stadion gemacht. 94 Millionen Euro muss man ja mal gesehen haben.  Dass er nach Spanien wecheln wird und Nummer 9 bekommt war schon länger klar. So cira ein Jahr, da er sich die Marke CR9 in Spanien  sichern lies.

Zuletzt wurde eigentlich nur noch drüber diskutiert wie sein Name auf dem Trikot stehen wird. Und das genau ist auch der Punkt worauf ich hinaus will. Wieso steht da RONALDO und nicht C.Ronaldo? Der aufmerksame Fußballgucker wird sicherlich wissen das bereit ein anderer Ronaldo mit genau der selben Nummer auflief. Für mich unbegreiflich. Ich, als Madrid-Fan, würde nun einfach das alte Trikot anziehen.

Hoffen wir einfach mal, dass seine Karriere, trotz dieser Nummer und dem gleichen Namen, nicht die selbe Entwicklung wie die von Ronaldo I. nehmen wird.

Sport

Periode van Gaal

IMG_3949.jpg

So gestern war es soweit, die neue Saison hat nun auch offiziell beim FCB angefangen. Ich war dabei. Wieso? Keine Ahnung. Den circa 1500 Zuschauern wurden alle Neuzugänge und paar lockere Aufwärmübungen präsentiert. Van Gaal war zunächst ziemlich zurückhaltend und lies erstmal seinen CO und seinen Assistenten den Vorrag. Erst als der Ball mit im Spiel war bekamen die ersten Spieler ihren Rüffel ab. “Das ist nicht gut!!” hörte man mehrmals und die Leute applaudierten, das ist genau das, was man nach der Saison mit Klinsmann hören will. Einen Trainer, der die überzahlten Stars mal zusammen staucht. Mir hats gefallen. So kann es weitergehen. Die anschließende Pressekonferenz war ebenso nach meinem Geschmack. Die Periode van Gaal kann kommen!

4 Seiten