Leben, Netz

Sonntagslese (#39)

+++ Dass Japaner viel cooler sind als wir, sieht man nicht zuletzt auch an den Barcodes auf ihren Produkten +++ Für die Leute die schon eine Einladung für Google Wave haben, aber immer noch nicht wissen, was man damit alles machen kann. Hier ein toller Guide +++ Nichts ist schwerer als das Lächeln von anderen Menschen zu deuten – wie gut bist du darin? Der interaktive Video-Test der BBC verrät es dir +++ Roland Emmerich lässt die Welt 2012 untergehen und BILD und Galileo glauben wie immer dran, dass Filme Realität sind. Was wirklich dran ist, an diesem ganzen Gedöns steht im ultimativen 2012-FAQ. +++ Unschön: Wie große deutsche Mobilfunkprovider massiv in die Datenübermittlung eingreifen. +++ Die Meldung von Robert Enkes Tod wurde rasend schnell per Twitter verbreitet. Dabei kam es leider auch zu einigen unschönen Äußerungen. Warum es manchmal besser ist, einfach mal die Klappe zu halten – 140 Zeichen Sprachlosigkeit. +++ Die klassischen Medien haben sich aber auch nicht besser verhalten, wie Stefan Niggemeier und die 11 Freunde zeigen. +++

Kultur

2012 oder “Gott, wie ich Katastrophenfilme hasse.”

Mit meiner Abneigung für Katastrophefilme ändert sich auch nach Roland Emmerichs neustem Streich nichts. Alles bleibt beim alten. Nur eben eine Nummer größer, beziehungsweise will der Film nur eine Nummer größer sein. Er ist es trotz der angeblichen ultimativen Zerstörung der Erde nicht.

Eines vorweg, über Logik- und Storyfehler reden wir hier nicht. Jedes Wort wäre verschwendet. It’s just a film, so we take it.

Die Story bleibt flach und so könnte man den Film auch viel schneller zu Ende bringen, denn nach dem ersten Auseinanderbrechen der Platten hat man alles gesehen und langweilt sich nur noch. Der Film stolpert von einer Zerstörungszene in die nächste, ohne dabei auch nur annähernd so etwas wie Spannung aufzubauen. Hier reißt ein Graben auf, da stürzt ein Gebäude zusammen, irgendwas geht in Flammen auf und natürlich stirbt irgendeine Nebenrolle, bei der man zwei Minuten nach ihrer Einführung schon wusste, dass sie stirbt. Das übliche “Alles wird schon gut gehen”-Gefühl stellt sich natürlich auch sofort ein. Aber so sind Katastrophenfilme nun mal. 2012 kann sich da nicht absetzen.

Selbst die im Vorfeld hochgelobte Optik kann nicht überzeugen. In den ruhigen Szenen ist das Bild gestochen scharf, fast schon zu scharf. Man fühlt sich teilweise als würde man GZSZ mit Weltuntergang sehen, die Dialoge tun da ihr übriges. Ganz im Gegensatz zu den Actionsequenzen, in denen man sich vorkommt als würde man eine zweitklassige Cutszene in irgendeinem Computerspiel sehen. Alles wirkt viel zu verschwommen um wirklich Eindruck zu machen. Die ganze Inszenierung dieser Zerstörungswut krankt an ihrem eigenem Größenwahn. Wenn man erst einmal gesehen hat, wie Los Angeles im Meer versinkt, kann einen ein in Flammen stehendes Las Vegas oder die Zerstörung des Weißen Hauses nicht mehr wirklich schocken. Man stumpft ab. Wie im echten Leben halt. Nur dass in diesem Film alles noch viel konstruierter ist. Gräben reißen immer zwischen zwei Menschen auf und die Natur gibt sich allergrößte Mühe Wahrzeichen und Zeugnisse der menschlichen Kultur möglichst eindrucksvoll in Schutt und Asche zu legen.

Fazit: 2012 ist eben nur ein weiterer Katastrophenfilm. Mehr nicht. Das größte Problem, was ich mit dem Film habe, ist, dass ich nicht mal sagen kann, ich hätte lange nicht mehr so einen schlechten Film gesehen. Denn Transformers lief ja unlängst im Fernsehen.

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