Die Bahn macht es Pendlern wie mir in diesen Tagen wirklich nicht leicht. Was ich diesen Mittwoch erlebt habe, ist ein Musterbeispiel für diese Behauptung.
Am Mittwoch wollte ich mit der RE3 (Elsterwerda – Schwedt) von Wünsdorf nach Berlin Hauptbahnhof fahren, dann weiter mit S-Bahn bis Zoologischer Garten und von dort mit U-Bahn bis zu meiner Hochschule.
Am Wünsdorfer Bahnhof angekommen, bot sich mir sich mir schon mal ein seltsames Schauspiel. Der RE3 Richtung Elsterwerda hatte wohl ein kleines Problem mit der Stromversorgung. Mindestens 10 Minuten lang fuhr der Lokführer den Stromabnehmer des Zuges hoch und runter, bis dieser endlich Saft von der Oberleitung bekam. Als der RE3 Richtung Elsterwerda abfuhr, kam auch der RE3 Richtung Schwedt in Wünsdorf an. Hier begann meine Odyssee.
Kurz vor Dabendorf kam die Durchsage, dass der Zug wegen eines Oberleitungsschadens in Rangsdorf enden und von dort direkt wieder nach Wünsdorf zurückfahren würde. Was mit den Passagieren, die nach Berlin wollen, passieren sollte, wurde nicht geklärt. Keine Informationen, wie es weitergehen soll. Also stieg ich mit den anderen ratlosen Fahrgästen aus und wartete. Als dann ein Schnellzug in Richtung Berlin vorbeiraste, war ich verwundert und erleichtert zu gleich. Das Problem lag also am Zug selbst und nicht an der Strecke. Muss mir doch mal einer sagen, dass mit „Oberleitungsschaden“ kein Schaden an der Oberleitung gemeint ist.
Also wartete ich auf den nächsten Regional-Express Richtung Berlin. Mit dem RE7 erreichte ich dann schließlich Berlin Ostbahnhof. Mittlerweile hatte ich bestimmt schon 30 Minuten verloren. Da die RE7 momentan wegen Gleisbauarbeiten nur bis Ostbahnhof fährt, kommen noch einige Minuten wegen der S-Bahn-Fahrt dazu. (Normalerweise würde die RE7 nämlich über Bahnhof Zoo bis Dessau fahren.)
Mit der S-Bahn sollte es dann also bis zum Zoologischen Garten weitergehen. Auf halber Strecke hatte diese dann aber erstmal eine „Zugstörung“, wodurch sich die Weiterfahrt wiederum – glücklicherweise nur – um ein paar Minuten verzögerte.
Zumindest auf die U-Bahn war an diesem Tag Verlass. Doch das war nur ein geringer Trost. Letztendlich kam ich eine Dreiviertelstunde zu spät zur Vorlesung, was kein großes Drama ist, aber hier geht es um’s Prinzip.
Auch der Rückweg verlief ganz anders als geplant. Vom Hauptbahnhof wollte ich gemütlich und bequem mit dem RE3 (mal wieder) gen Heimat fahren. Als ich auf der Anzeigetafel am Gleis las „Umleitung über Gesundbrunnen“, habe ich mir erstmal nichts dabei gedacht – außer: Wo liegt Gesundbrunnen? Wird schon passen, dachte ich. Die Abfahrtszeit stand ja schließlich auch noch da. Als der Zug zur Ankunftszeit nicht einfuhr und auch keine Lautsprecheransagen ertönten, wurde ich langsam skeptisch. Einige andere Wartenden hatten es wohl inzwischen begriffen und verließen den Bahnsteig. Als die Anzeige dann völlig erlosch und gar nichts mehr anzeigte, verlor auch ich meinen letzten Funken Hoffnung und machte mich auf dem Weg zum Ostbahnhof.
Aber was zur Hölle soll der Scheiß? 20 Minuten umsonst gewartet, keine Informationen, was los ist, außer: „Umleitung über Gesundbrunnen“. Kann man das nicht deutlicher ausdrücken? So wie „Der scheiß verdammte Zug hält nicht am HBF“ zum Beispiel? Klar, viele hätten es wahrscheinlich gleich gerafft. Zum Beispiel die, die wissen, wo Gesundbrunnen liegt (nämlich nördlich vom Hauptbahnhof wie ich jetzt herausfand). Doch ebenso viele haben den „kryptischen“ Hinweis anscheinend auch nicht verstanden.
In der Zeit, in der ich am HBF gewartet habe, fuhr übrigens auch meine zweite Fahrmöglichkeit vom Ostbahnhof (RE7) davon. Wieder hat mir die Bahn eine Stunde Lebenszeit geklaut.
Was ich jetzt damit sagen will, ist sicher schon lange kein Geheimnis mehr. Die Bahn hat Probleme: Schlecht gewartete Züge und Gleisanlagen, Unpünktlichkeit, Zugausfälle, schlechtes Informationsmanagement, zu wenig Servicepersonal und dazu noch viel zu hohe Preise, welche ja noch in Ordnung wären, wenn die ganzen Probleme nicht wären.
Am Dienstag hat der Verkehrsbund Berlin-Brandenburg (VBB) seine Qualitätsanalyse „Netzzustand 2009“ veröffentlicht. Darin finden sich einige erschreckende Zahlen. So haben die Rechercheure in Berlin-Brandenburg 685 Geschwindigkeitseinbrüche ermittelt, die zusammen rund 587 Kilometer lang sind. Damit könnten 13,1% des Netzes im Verbundgebiet aufgrund von Mängeln nicht mit der eigentlichen Geschwindigkeit befahren werden.
Schuld daran seien die alten Anlagen, die nicht für heutige Geschwindigkeiten ausgelegt sind. „Angesichts der vielen Mängel und der veralteten Anlagen ist nicht nachzuvollziehen, dass die Gewinne von DB Netz unverhältnismäßig gestiegen sind. 2005 machte die DB Netz 17 Millionen Gewinn, 2008 rund 670 Millionen“, sagte VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz.
Tja, vielleicht könnte es ja ein ganz kleines bisschen mit den geringen Investitionen ins Schienennetz zu tun haben. 17,8 Millionen Euro wurden in diesem Jahr dafür ausgegeben (noch mal: Gewinn 2008: 670 Mio.). Im nächsten Jahr sollen ganze 18,9 Millionen Euro ins Schienennetz investiert werden.
Vielleicht wäre es doch an der Zeit, mir eine Wohnung in Berlin zu besorgen…
Der perfekte Start ins Wochenende ist garnicht so einfach. Was man als aller Erstes braucht ist so ein total stressigen Arbeitstag. Am besten so einen…
Den gilt das auch irgendwie durchzustehen. Nachdem man das erledigt hat und zu Hause angekommen ist, zieht man sich ne schöne bequeme Jogginghose an, dreht das Liedgut zum Wochenende voll auf, legt sich auf die Couch und macht sich so ein richtig schönes kühles Bier auf…Ach ist das schöööön.
Ich hatte mich nie besser gefühlt. Und ja mein Tag war heut so richtig stressig…zumindest für meine Verhältnisse.
Seit letzten Samstag bin ich angekommen. Angekommen in der Zeit des mobilen Internet. Endlich ein Handy, das wie ein Computer funktioniert. Es gibt kaum noch Grenzen. Das kleine Ding kann so ziemlich alles und was es kann wird immer mehr.
Doch wieso kein iPhone? Weil das schon ziemlich jeder hat und ich die Hoffnung habe, dass es für das G1 die besseren Applikationen geben wird. Da OpenSource und so. Bisher bin auch ganz zufrieden mit dem Teil, bloß der Akku könnte ein wenig länger halten, aber was will man schon erwarten von einem Handy auf dessen Display man den ganzen Tag rumdrückt um irgendwelche neuen Dinge zu testen. Muss man mit leben. Ich leb damit nicht schlecht.
Doch womit fängt man, wenn man so ein Teil hat? Natürlich lädt man erstmal sinnlose Applikation wie ein Strobe Light, eine Gitarre oder ein Schlagzeug runter. Sachen die zwei oder dreimal lustig sind und alle mal kurz lachen bringen, aber die man nicht wirklich brauch. Obwohl das Strobe Light in einer Disco sicherlich ganz cool kommt.
Doch irgendwann sucht man wirklich nach Sachen die man braucht, zum Beispiel einen IM-Client wie meebo oder nach Sachen, die man jetzt ja nutzen könnte wie zum Beispiel twidroid für Twitter. So könnt ihr mich jetzt über all mit hinbegleiten.
Für die Reisewilligen und Sightseeing begeisterten Menschen unter uns gibt es dann Wikitude und für die Spielebegeistern gibt es halt Spiele über Spiele, also nicht viel anders wie beim iPhone.
Ich bin jedenfalls gespannt was mir die neue Mobilität noch bringen wird und werde natürlich auch in Zukunft noch mehr über meine Erfahrungen mit dem G1 berichten.
Gestern hab ich erfahren, dass ich die nächsten fünf bis sechs Monate selten zu Hause sein werde. Im Gegenzug werde ich dafür aber umso mehr die Vorteile eines Hotelfrühstücks schätzen lernen dürfen.
Ja, ich muss das erste Mal so richtig schuften. Und das nicht einmal privat, sondern für die Firma. Deutschlandweit. Richtig powern mit Termindruck! Ich, die Schnarchnas! Für alle mach ich das. Für das Wohl der Firma.
Nun wollte ich mal fragen, wie ich das am Besten mit einen Untermieter hinbekomme. HELFT MIR! Sechs Monate Miete umsonst. Wer gießt meine zwei Pflanzen? Wer spielt meinen WoW-Account weiter? Wer zahlt das eigentlich alles?
Zudem werde ich auch selten am Wochenende da sein. Ich bin, so wie es aussieht, den größten Teil im Norden Republik unterwegs. Da liegt Berlin und Wünsdorf eindeutig näher. Was soll ich solange mit der blöden Wohnung in München machen? Ich brauche eindeutig seelische und moralische Unterstützung von euch. HELFT MIR!
Eines werde ich euch im Nachhinein aber eindeutig vorraus haben, ich werde viele Kneipen kennenlernen und wenn mir das Glück hold ist vielleicht sogar häufiger Grünkohl mit Pinkel essen
Manche Orte sind so trivial, dass nicht einmal RTL2 eine Dokumentation darüber drehen würde. Orte, wie die obligatorische Zeitschriften- und Buchhandlung an Bahnhöfen. Dabei ist doch gerade die Bahnhofsbuchhandlung wahnsinnig interessant, wenn man sie nur mal genau betrachtet.
Nur hier treffen sich so grundverschiedene Menschen, die sich nur in der Suche nach Lektüre gleichen. Darin also Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher für eine mehr oder weniger lange Bahnfahrt zu erstehen. Dafür streunen sie mit Rucksäcken oder Rollkoffern oder sogar beiden durch die Regalreihen, auf der Suche nach passendem Lesestoff.
So verschieden die Menschen, so verschieden die Auswahl. Kunstmagazine, dessen Namen ich nicht mal aussprechen kann liegen neben Bravo, Bunte und Spiegel. Prinzessin Lillifee-Heftchen stapeln sich Kind gerecht ganz unten in kleinen Wühlkisten.
Zwischen den Reisenden und Pendlern gesellt sich allerdings noch eine weitere Art von Kunden, die vor allem hier im geschützten Biotop der Bahnhofsbuchhandlung gedeihen. Meist stehen sie verstohlen in irgendwelchen Ecken und blättern, sich immer wieder umsehend, in Heftchen herum.
Keine Schmuddelheftchen, das sei angemerkt. Vielmehr in Zeitschriften, die so seltsam scheinen, wie die Menschen, die sie lesen. Aber was heißt hier seltsam, es sind einfach Themen, dessen Zielgruppen so klein sind, dass man kaum glauben kann, dass es dazu eine Zeitschrift gibt.
Und tatsächlich scheint den Menschen, die sich solche Zeitungen am Regal durchblättern, dieser Umstand fast schon peinlich zu sein. Warum sonst diese aufgeschreckten Blicke, wenn man an jemanden vorbei schlendert, der gerade eine Fachzeitschrift zum Eisenbahnverkehr durchliest?
Mit dicken Brillengläsern, schütteren Haaren und bunten Jacken scheinen sie direkt aus den tiefsten 80er Jahren zu stammen, seit 20 Jahren verharrend in einer Zeit, die noch kein World Wide Web kannte. Jeden Monat aufs Neue in die Bahnhofsbuchhandlung pilgernd, verstecken sie sich hinter ihren Modellbau- und Bus-Fachzeitschriften, als wären es Pornozeitschriften.
Dabei ist es eigentlich gar nicht schlimm sich für Fachthemen zu interessieren. Trotzdem scheinen sie die Aussätzigen der Zeitschriftenleser zu sein, der Bodensatz, das Presse-Prekariat und das nur, weil man sich für Zeitschriften wieAsphalt,Steinbruch und Sandgrube, dieOmnibus Revue oder dieDeutsche Gerichtsvollzieher Zeitung interessiert.
In was für einer Welt leben wir, wenn sich solche, nach Fachinformationen lechzenden Leser schief angesehen werden?! Gut, sie sehen aus, als wären sie aus den 80ern. Das ist tatsächlich etwas seltsam, aber noch lange kein Grund sie geringer zu schätzen als Spiegel-Käufer! Ich lese schließlich auch Fachzeitschriften wieMediumoderM&K – und ich stehe dazu! Lacht ihr nur über meine Vorlieben!
Alles was ich mir wünsche, sind ein paar aufmunternde Worte, wenn ihr das nächste Mal in einer Bahnhofsbuchhandlung steht und einen glatzköpfigen Mann in der Modellbauzeitschrift seht. “Ah, sie interessieren sich für Modellbau?! Sehr interessantes Hobby. Schönen Tag noch.” oder “Lagerlogistik? Wichtiges Thema, gibts da neue Entwicklungen?!” So helfen wir nicht nur den Menschen, die die Zeitung lesen, sondern auch den gewaltigen deutschen Zeitschriftenmarkt ins neue Jahrtausend zu retten.
Es sind diese kleinen Begegnung im Alltag, die einen dieses Berlin erst sympatisch machen. Diese Aufeinandertreffen mit mehr oder weniger Verrückten aller Art. In keiner Stadt ist die Verrücktendichte so hoch wie in Berlin, wo man fast täglich in Situationen kommt, die mal mehr mal weniger erfreulich sind, aber immer sehr unterhaltsam.
Ort des Geschehens, der Bahnhof Zoologischer Garten, Gleis 1. Eine ältere, gut gekleidete Frau kommt auf mich zu. In ihrem Blick ist sofort zu erkennen, die will irgendwas. Sie kommt immer näher, bis ich fast ihre Körperwärme spüren kann und sagt:
Der Busbahnhof, der Busbahnhof, der… der… der…. der Busbahnhof, der BUSBAHNHOF, der Busbahnhof, der…
Und geht weiter. Wahrscheinlich in Richtung Busbahnhof.
So wie fast jeden Tag, ging ich auch heute zum Rewe um die Ecke. Um zu kaufen was ich so brauche. Ist halt immer nur wenig. Wenn ich mehr kaufen würde, bräuchte ich ja den nächsten Tag nicht mehr gehen. Heute war ich da, um mich mit meinem Grünen Tee von Pfanner und einer Pizza einzudecken.
Dann plötzlich an der Kasse geschah es, ein ältere Frau sprach mich an.
Sie: Grüner Tee und Pizza. Wie passt das denn zusammen? Ich: Wieso? Sie: Der grüne Tee ist doch für den Geist und soll entspannen und die Pizza, die ist… Ich: …fürn Magen.