Obwohl niemand mit solch einem unerwarteten Großereignis gerechnet hat, war RTL-Reporterin Sarah Jovanovic als erster vor Ort, um kompetent und sachlich darüber zu berichten.
(via)
Obwohl niemand mit solch einem unerwarteten Großereignis gerechnet hat, war RTL-Reporterin Sarah Jovanovic als erster vor Ort, um kompetent und sachlich darüber zu berichten.
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Wenn es nichts zu berichten gibt, dann wird halt irgendwas berichtet. Selbst vom Amoklauf in Winnenden gibt es scheinbar nicht so wirklich viel Neues zu berichten, warum sollte denn sämtliche Medien in Deutschland darauf herumreiten, ob ein Forenbeitrag nun vom Amokläufer stammt oder nicht – und dass obwohl sämtliche Medien liebend gern das “gepflegte Grillen” zitierten.
Auch die großen Journalisten von Spiegel-Online kritisieren jetzt Innenminister Heribert Rech, wie er denn auf so einen Fake reinfallen konnte. SpOn lag der Forenbeitrag auch war aber von den Herren vom Internetleitmedium war diese Geschichte als “wenig glaubwürdig eingestuft worden.”
Trotzdem hatten sie einen kleinen Artikel dazu veröffentlicht. Der wurde natürlich inzwischen gelöscht, man hatte es ja schon vorher gewusst. Immerhin korrigiert SpOn ihre Nachrichten, andere sind da nicht so sorgfältig.
Als viel peinlicher empfand ich das dämliche rumgetwittere der deutschen Presse zum Amoklauf – aber das scheint ja da gerade ganz groß in Mode zu sein. Diese dümmliche Diskussion um den Forenbeitrag wird jedenfalls nichts an dieser schlimmen Tat ändern – aber die Zeitungen und Nachrichtensendungen brauchen halt noch täglich irgendwas Neues zu Winnenden.
Ein neuer Amoklauf erschüttert Deutschland und wieder ist die einzige Antwort, die wir als Gesellschaft darauf haben: Betroffenheitsfernsehen.
Es wird genau dieselbe Leier abgespult, die bei den letzten Amokläufen bereits Verwendung fand. Live-Berichterstattung vor Ort, Experte im Studio, die Fragen nach dem Warum? schwebt wieder im Raum.
Schuld sind dann meist Schützenvereine, lasche Waffengesetze, brutale Videos, laute Musik und nicht zu vergessen: die Killerspiele. Hinzu kommen betroffene Blicke der Moderatoren und irgendwelchen Leuten, die man auf der Straße interviewt hat. Das ganze wird abgerundet mit Archivbildern der Amokläufe der letzten Jahre.
In den nächsten Tagen werden wir mehr über den Amokläufer erfahren, einem Jungen, von dem man eine solche Tat nicht erwartet hätte. Wahrscheinlich einem Einzelgänger, Metal-Fan und eingefleischtem Computerspieler. Viel Berichte über die Opfer wird man aus Pietätsgründen glücklicherweise nicht zu oft sehen bekommen.
Spätestens in zwei Wochen werden die Berichte Stück für Stück aus den Medien verschwinden und all die Forderungen, die richtigerweise an die Politik und die Gesellschaft gestellt wurden, werden wieder vergessen werden. Bis zum nächsten Amoklauf, erst dann werden wir uns wieder erinnern, an Columbine, an Erfurt, an Emsdetten und nun also auch an Winnenden
Die tiefer gehenden gesellschaftlichen Probleme, die Amokläufe hervorrufen, werden mit diesem Betroffenheitsfernsehen jedenfalls nicht gelöst, nur der Sensationshunger der Massen wird gestillt – auf Kosten von 15 unschuldigen Menschen, die heute ihr Leben lassen mussten. Eine Schande, dass sich trotzdem nichts ändern wird.