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FC Inzucht

Franck Ribery - Bayern vs. Barcelona, Champions League
Creative Commons License by nicholas macgowan

So lange ist es gar nicht her, da war Bayern eine ziemlich große Ansammlung von Bauerndörfern und Misthaufen. Den Menschen dort war es vorherbestimmt das Vieh auf die Alm zu treiben, Bier zu brauen und seltsame Klamotten zu tragen.

Man blieb damals unter sich aufm Dorf, die “Zug’zogenen” wurden argwöhnisch beäugt – und geheiratet wurde eh nur der Xaver vom Nachbardorf, der mal den Hof von seinem Vater erben würde.

Bayern das war eine Welt für sich, voll mit Kruzifixen, Lederhosen und Weißwürsten. Gar nicht so wenige behaupten heute, dass sich Bayern eigentlich seit dem gemütlich-bäuerlichen Tagen nicht verändert hat – und mal ehrlich, einige von diesen bayerischen Dorfdeppen tuen auch so gar nichts, um dieses Vorurteil zu beseitigen.

Man schaue sich nur die großartigen FC-Bayern-Fans an, die vor lauter Inzucht auf dem Dorf kaum noch in der realen Welt zu leben scheinen. Da wird ein Fliegenfänger wie Rensing, der – was die Leistung betrifft – eigentlich mit Podolski nach Köln wechseln könnte als “Fußballgott” gefeiert, wenn er mal einen Ball fast gehalten hätte.

Die illustre Reihe der Fußballgötter umfasst auch einen Schweinsteiger, der sich seit der WM 2006 eher zurück- denn weiterentwickelt hat. Der darf auf dem Platz vor sich rumstehen und Ribery zugucken, wie man Fußball spielt.

Und mit wem Lell geschlafen hat, dass er ständig auflaufen darf, versteht wohl nur ein echter Fan. Genau diese echten Fans sind jetzt extrem erbost, dass der “Zug’zogene” Klinsmann ihren Halbbruder Rensing aus dem Tor auf die Bank verbannt hat.

Die Bajuwaren haben Klinsmann spätestens seit der WM eh gefressen – da hatte er nämlich genau dasselbe abgezogen. Den Bayern Kahn auf die Bank, den Lehmann rein ins Tor und genau dieser Klinsi, der in Bayern aus allen Gebeten ausgeschlossen wird, wechselte kurz darauf doch tatsächlich an die Isar.

Mit Elan und viel frischen Wind wollte er damals aus dem Dorffußballverein Bayern, die gerade mal gut genug waren, um die Bundesliga zu dominieren, einen international konkurrenzfähigen Verein zu formen.

Den Fans und natürlich auch der Bildzeitung war das Ganze etwas suspekt, schließlich hatte man sich im Tran der letzten Jahrzehnte daran gewöhnt, Meister zu werden und vielleicht ab und an den DFB-Pokal zu gewinnen. Auf internationalen Parkett schied man mit ziemlich regelmäßiger Sicherheit kläglich aus.

Dass Klinsmann da mit dem Spielermaterial seines behäbigen Vorgängers auch nicht viel reißen würde, war wohl nur den Bayern-Fans nicht klar. Schließlich war man mit genau denselben Pfeifen ein Jahr zuvor im UEFA-Pokal genauso “gut” ausgeschieden wie die Bayern 2009 gegen Barcelona. Damals spielten sie 1:1 in München und verloren 0:4 auswärts gegen St. Petersburg – und das im Cup der Verlierer.

Aber der FC Bayern ist nun mal eine Dorfmannschaft mit Dorf-Fans und die verlangten schon nach den ersten Versuchen Klinsmanns ein modernes Spielsystem einzuführen eine Rückkehr zum lahmen Hitzfeldschen Ergebnisfußballs.

Dumm nur, dass einige andere Bundesligisten inzwischen auch kräftig an sich gearbeitet haben und den Bayern nun auch auf nationalen Parkett Probleme bereiten – mit Inzucht und Lederhosen kommt man da nicht mehr weiter.

So hatte der Vorstand der Bayern eigentlich die Zeichen der Zeit erkannt und versucht den FCB von Grund auf zu reformieren und dabei mit Klinsmann zwar eine Reizfigur, aber eben auch einen Reformer geholt.

Leider ließen sie den Reformer nicht wirklich reformieren. Wie auch, wenn man als Trainer einen Rensing im Tor stehen lassen MUSS oder einen Standfußballer, wie Schweinsteiger nicht mal mit Bankdrücken bestrafen darf. Wie man mit zwei Stürmern + einem Podolski und mittelmäßigen Reservespielern die Champions League gewinnen soll, kann glaube nicht nur ich nicht verstehen.

Aber so ist das in Bayern, wo Blut dicker ist als Können. Da wird dann halt mal der Freund von der Schwester aufgestellt.

Lieber soll hier alles beim Alten bleiben droben auf der Alm: Im Frühjahr werden die Kühe aufgetrieben, im Sommer wird der FC Bayern Meister und im Herbst gibt’s den Almabtrieb – ander ist es schließlich nie gewesen. So ist das in Bayern, dem Land der Lederhosen.

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Aktuelles aus Bayern

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