Netz

Sonntagslese (#47)

+++ Bei dem Wetter momentan schicke ich meinen Geist gern auf Reisen, dann träume ich von braungebrannten Menschen am Strand… +++ Schon etwas älter, aber trotzdem gut: 100 Dinge, die wir letztes Jahr noch nicht wussten. +++ Für die Designer unter unseren Lesern: 23 brilliante Logos mit versteckten Botschaften. +++ Dass ich das noch erleben darf: Eine lustige vergleichende Werbekampagne aus Deutschland: Liga total! testet Sky +++ Ein ehemaliger Marketing Manager von Apple erklärt, wie Apple die Presse und das Netz instrumentalisiert, um ihre Produkte zu hypen – nicht ganz so neu, aber für die missbrauchten Apple-Fanboys natürlich eine Katastrophe +++ 3D ist ja gerade voll im Trend, selbst auf YouTube gibt’s schon jede Menge 3D-Videos. Wo hab ich nur meine 3D-Brille hin… +++ Was man mit Flash außer 3D-Videos noch so machen kann, kann man hier nachlesen: 50 superbe Flash-Webseiten +++ Wer in Berlin etwas sucht, ist wohl mit Kauperts Straßenführer am besten bedient. Hier gibts detaillierte Infos zu Adressen und sogar zur Geschichte der verschiedenen Straßen +++

Lokales

Die Bahn macht mich fertig

Die Bahn macht es Pendlern wie mir in diesen Tagen wirklich nicht leicht. Was ich diesen Mittwoch erlebt habe, ist ein Musterbeispiel für diese Behauptung.

Am Mittwoch wollte ich mit der RE3 (Elsterwerda – Schwedt) von Wünsdorf nach Berlin Hauptbahnhof fahren, dann weiter mit S-Bahn bis Zoologischer Garten und von dort mit U-Bahn bis zu meiner Hochschule.

Am Wünsdorfer Bahnhof angekommen, bot sich mir sich mir schon mal ein seltsames Schauspiel. Der RE3 Richtung Elsterwerda hatte wohl ein kleines Problem mit der Stromversorgung. Mindestens 10 Minuten lang fuhr der Lokführer den Stromabnehmer des Zuges hoch und runter, bis dieser endlich Saft von der Oberleitung bekam. Als der RE3 Richtung Elsterwerda abfuhr, kam auch der RE3 Richtung Schwedt in Wünsdorf an. Hier begann meine Odyssee.

Kurz vor Dabendorf kam die Durchsage, dass der Zug wegen eines Oberleitungsschadens in Rangsdorf enden und von dort direkt wieder nach Wünsdorf zurückfahren würde. Was mit den Passagieren, die nach Berlin wollen, passieren sollte, wurde nicht geklärt. Keine Informationen, wie es weitergehen soll. Also stieg ich mit den anderen ratlosen Fahrgästen aus und wartete. Als dann ein Schnellzug in Richtung Berlin vorbeiraste, war ich verwundert und erleichtert zu gleich. Das Problem lag also am Zug selbst und nicht an der Strecke. Muss mir doch mal einer sagen, dass mit „Oberleitungsschaden“ kein Schaden an der Oberleitung gemeint ist.

Also wartete ich auf den nächsten Regional-Express Richtung Berlin.  Mit dem RE7 erreichte ich dann schließlich Berlin Ostbahnhof. Mittlerweile hatte ich bestimmt schon 30 Minuten verloren. Da die RE7 momentan wegen Gleisbauarbeiten nur bis Ostbahnhof fährt, kommen noch einige Minuten wegen der S-Bahn-Fahrt dazu. (Normalerweise würde die RE7 nämlich über Bahnhof Zoo bis Dessau fahren.)

Mit der S-Bahn sollte es dann also bis zum Zoologischen Garten weitergehen. Auf halber Strecke hatte diese dann aber erstmal eine „Zugstörung“, wodurch sich die Weiterfahrt wiederum – glücklicherweise nur – um ein paar Minuten verzögerte.

Zumindest auf die U-Bahn war an diesem Tag Verlass. Doch das war nur ein geringer Trost. Letztendlich kam ich eine Dreiviertelstunde zu spät zur Vorlesung, was kein großes Drama ist, aber hier geht es um’s Prinzip.

Auch der Rückweg verlief ganz anders als geplant. Vom Hauptbahnhof wollte ich gemütlich und bequem mit dem RE3 (mal wieder) gen Heimat fahren. Als ich auf der Anzeigetafel am Gleis las „Umleitung über Gesundbrunnen“, habe ich mir erstmal nichts dabei gedacht – außer: Wo liegt Gesundbrunnen? Wird schon passen, dachte ich. Die Abfahrtszeit stand ja schließlich auch noch da. Als der Zug zur Ankunftszeit nicht einfuhr und auch keine Lautsprecheransagen ertönten, wurde ich langsam skeptisch. Einige andere Wartenden hatten es wohl inzwischen begriffen und verließen den Bahnsteig. Als die Anzeige dann völlig erlosch und gar nichts mehr anzeigte, verlor auch ich meinen letzten Funken Hoffnung und machte mich auf dem Weg zum Ostbahnhof.

Aber was zur Hölle soll der Scheiß? 20 Minuten umsonst gewartet, keine Informationen, was los ist, außer: „Umleitung über Gesundbrunnen“. Kann man das nicht deutlicher ausdrücken? So wie „Der scheiß verdammte Zug hält nicht am HBF“ zum Beispiel? Klar, viele hätten es wahrscheinlich gleich gerafft. Zum Beispiel die, die wissen, wo Gesundbrunnen liegt (nämlich nördlich vom Hauptbahnhof wie ich jetzt herausfand). Doch ebenso viele haben den „kryptischen“ Hinweis anscheinend auch nicht verstanden.

In der Zeit, in der ich am HBF gewartet habe, fuhr übrigens auch meine zweite Fahrmöglichkeit vom Ostbahnhof (RE7) davon. Wieder hat mir die Bahn eine Stunde Lebenszeit geklaut.

Was ich jetzt damit sagen will, ist sicher schon lange kein Geheimnis mehr. Die Bahn hat Probleme: Schlecht gewartete Züge und Gleisanlagen, Unpünktlichkeit, Zugausfälle, schlechtes Informationsmanagement, zu wenig Servicepersonal und dazu noch viel zu hohe Preise, welche ja noch in Ordnung wären, wenn die ganzen Probleme nicht wären.

Am Dienstag hat der Verkehrsbund Berlin-Brandenburg (VBB) seine Qualitätsanalyse „Netzzustand 2009“ veröffentlicht. Darin finden sich einige erschreckende Zahlen. So haben die Rechercheure in Berlin-Brandenburg 685 Geschwindigkeitseinbrüche ermittelt, die zusammen rund 587 Kilometer lang sind. Damit könnten 13,1% des Netzes im Verbundgebiet aufgrund von Mängeln nicht mit der eigentlichen Geschwindigkeit befahren werden.

Schuld daran seien die alten Anlagen, die nicht für heutige Geschwindigkeiten ausgelegt sind. „Angesichts der vielen Mängel und der veralteten Anlagen ist nicht nachzuvollziehen, dass die Gewinne von DB Netz unverhältnismäßig gestiegen sind. 2005 machte die DB Netz 17 Millionen Gewinn, 2008 rund 670 Millionen“, sagte VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz.

Tja, vielleicht könnte es ja ein ganz kleines bisschen mit den geringen Investitionen ins Schienennetz zu tun haben. 17,8 Millionen Euro wurden in diesem Jahr dafür ausgegeben (noch mal: Gewinn 2008: 670 Mio.). Im nächsten Jahr sollen ganze 18,9 Millionen Euro ins Schienennetz investiert werden.

Vielleicht wäre es doch an der Zeit, mir eine Wohnung in Berlin zu besorgen…

Lokales

Charity Mob für Berliner Nager

Habe ich doch vor kurzem eine nette Mail vom Berliner Startup Qhase bekommen. Die Jungs der demnächst startenden Berlin-Community veranstalten am kommenden Sonntag (10. Mai) einen Charity Mob zugunsten des Kleintierhaus Bugs Bunny im Tierheim Berlin.

Gerade nach den Österlichen Feiertagen werden die kleinen Nager häufig ausgesetzt, dementsprechend voll ist auch dass Kleintierhaus. Der Charity Mob soll nun helfen Geld für Futter und Streu für unsere pelzigen Freunde zu sammeln.

Was ihr dafür tun müsst? Eigentlich nur mit einem dicken Bündel Altpapier an der Spree stehen. Die beiden qHasen werden mit einem Kutter über die Spree tuckern und an vier Anlegestellen halt machen, um euer Papier einzusammeln.

Um es noch etwas konkreter zu machen, zu folgenden Zeiten solltet ihr an der jeweiligen Anlegestelle auf einem großen Haufen von alten Bravos und linken Kampfpamphleten sitzen:

12:30-13:00 Uhr – O2-World (Kreuzberg/Friedrichshain)
13:15-13:45 Uhr – Historischer Hafen (Mitte)
14:45-15:15 Uhr – Gotzkowskybrücke (Tiergarten)
16:00-16:30 Uhr – Caprivibrücke (Charlottenburg)

Wer nicht da sein kann, der kann sich darüber hinaus noch bei Qhase melden, denn die Hasen sind nicht nur per Schiff unterwegs sondern kommen auch direkt zu einem nach Hause. Genauere Infos gibts hier.

Der hoffentlich hohe Erlös aus der Altpapiersammlung (ja Altpapier bringt bares Geld ein) kommt dann dem Tierheim, genauer den kleinen süßen Pelztierchen zugute.

Ich finde eine nette Idee und gute Werbung für das Berliner Nachbarschaftshilfe-Portal Qhase.de, dass am 11. Mai starten soll. Wer also nix zu tun hat, kann mit seinem Abfall was gutes tun und den Qhase Charity Mob unterstützen.

Kultur

Die Ossis sind blöd

Das behauptet die BILD-Zeitung heute, nicht direkt zwar, aber dennoch mehr als deutlich. Jahrzehntelang hatte sich Springerblatt  für das Ende der deutschen Teilung starkgemacht, davon scheint im Anbetracht der derzeitigen Berichterstattung wenig übrig zu sein.

Verzweifelt wird derzeit nämlich versucht das Scheitern des Pro-Reli-Volksentscheids in Berlin zu erklären. Die BILD hatte sich nämlich vehement und wie immer ziemlich aufdringlich für die Wahlfreiheit von Religionsunterricht an den Berliner Schulen eingesetzt. Genutzt hat das alles wenig, der Entscheid scheiterte - nicht nur an der geringen Wahlbeteiligung.

Da BILD nie unrecht hat, wird jetzt nach den Schuldigen für die Schlappe gesucht. Gefunden wurde er im Osten der Stadt, der war nämlich nicht der BILD-Linie gefolgt und hatte mehrheitlich für einen gemeinsamen Ethikunterricht gestimmt. Die blöden Ossis sind also schuld!

In einem durch und durch primitiven Artikel wird auch erklärt, warum die Ossis so blöde sind. Gerade mal 12 Prozent sollen “das politische System des Westens (Demokratie, freie Wahlen)” gut finden, woher Bild diese Zahlen hat, weiß ich zwar nicht, aber es soll wohl klar werden, dass die Ossis zu blöde zum Wählen sind.

Einzig eine Statistik scheint wirklich Licht ins Dunkel zu bringen: Der Osten ist mehrheitlich atheistisch! Warum die nun also alle in die Wahllokale stürmen sollten, um für Religion als Wahlpflichtfach zu stimmen, ist nur mit Bild-Logik zu verstehen. Zitiert wird einfach der nicht unumstrittene Historiker Arnulf Baring: „Schon Helmut Kohl stellte fest: Die DDR hat drei Gruppen aus der ostdeutschen Gesellschaft vertrieben: Bauern, Bürger und Christen – und die Christen fehlen dem Land auf Dauer am meisten!“ Ach so ist das, deswegen gibts in Ostdeutschland so viele Arbeitslose, weil das alles teuflische Heiden sind!

Kein Wunder also, dass die BILD es nicht geschafft hat Pro-Reli durchzusetzen, nicht weil die Ost-Berliner nach ihrer Grundüberzeugung gewählt haben sondern weil sie gottlose Dummbeutel sind.

Schon unheimlich, was BILD für ein Demokratieverständnis hat, aber vielleicht sind die Axel-Springer-Fuzzies auch nur schlechte Verlierer.

Kultur

Eläkeläiset in Berlin

Gestern spielte die finnische Humppa-Band Eläkeläiset (MySpace) im legendären SO36. Ich brauche sicher nicht erwähnen, dass Tobi und ich dabei waren. Will jetzt auch gar nicht so viel weiter dazu schreiben, weil mich schon Beschwerden erreicht haben, dass unser Blog zu einem reinen Musik-Blog verkommt. Nur kurz vielleicht zum Ablauf eines Eläkeläiset-Konzerts:

  1. Band besäuft sich hinter der Bühne.
  2. Band kommt auf die Bühne, besäuft sich und covert Rock- und Popsongs in ihrem Humppa-Stil und mit eigenen finnischen Texten, in denen häufig das Wort “Humppa” vorkommt.
  3. Das Publikum trinkt, tanzt und hat Spaß. Wer will, versucht zu erraten, was für ein Lied da gerade gecovert wird.

Fazit: FETT! FETT! FETT! Soll heißen: Eläkeläiset kann man sich ruhig mal live ansehen, weil man sowas einfach mal gesehen haben muss.

Eläkeläiset im SO36 in Berlin am 14.04.2009Eläkeläiset im SO36 in Berlin am 14.04.2009Eläkeläiset im SO36 in Berlin am 14.04.2009Eläkeläiset im SO36 in Berlin am 14.04.2009Eläkeläiset im SO36 in Berlin am 14.04.2009Eläkeläiset im SO36 in Berlin am 14.04.2009

Kultur

Mando Diao in Berlin


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Gestern, am 09.04.2009, spielten Mando Diao in der Columbiahalle. Ich bin ohne Erwartungen hingefahren und weiß bis heute noch nicht wirklich, was ich zum Konzert sagen soll. Die Massen scheinen aber begeistert gewesen zu sein. Die Stimmung war überschwänglich. Ich allerdings hatte irgendwie ein Problem damit, die Songs mitzugrölen. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Lag womöglich auch daran, dass Mando Diao eine richtige Mädchenband geworden ist. Überall um mich rum kleine kreischende Mädchen. Nein, so kann und will ich nicht sein. Ich will jetzt nicht konservativ klingen, aber früher war alles besser. Jedenfalls Mando Diao war besser. Oder zumindest das Publikum. Ich will nicht schon wieder damit anfangen, aber ich kann einfach nicht mit dem Strom schwimmen.

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Kultur

The Rifles in Berlin

Gestern – am 3.4.09 – waren Norm, Sebastian und ich im Fritz Club bei den Rifles.

Das Konzert sollte eigentlich im Lido stattfinden, wurde aber in den Postbahnhof verlegt und so hatte Norm wenigstens Gelgenheit folgenden Kalauer zu reißen (von welchem ich mich hier ausdrücklich distanzieren möchte) . “Es ging ordentlich die Post ab im Postbahnhof”.

Man konnte nicht meckern, jedenfalls nicht ganz so viel wie sonst. Die Vorband ging so. Klang alles sehr gleich und alles sehr stark nach diesem englischem Schrammelrock. Gut, das tun the Rifles auch, aber wahrscheinlich kommt da bei mir dann doch der Neid durch. Wenn die Bandmitglieder jünger sind als ich und besser spielen können und mehr Erfolg haben, ist die Stimmung etwas gedämpft. Damit werde ich mich wohl in Zukunft immer mehr abfinden müssen. Man wird halt nicht jünger.

Allerdings entschädigten dann die Rifles für einiges. Man hat das Publikum von der ersten Minute mitgerissen, eine schlichte, solide Show abgeliefert und die Songs gespielt, die das Publikum hören wollte. Wobei man sagen muss, dass die Lieder des zweiten Albums live doch deutlich abfallen. Die des Erstlings haben einfach mehr Potential.

Man könnte schon wieder etwas übers Publikum meckern, jedoch will ich davon hier mal absehen. Macht man ja nicht, ist ja uncool. Obwohl, genug Grund hätte man ja.

Fazit: Ein Konzert mit viel Spaß, guter Musik und Luft nach oben.

Kultur

The Killers in Berlin

Genau einen Monat nach dem Bloc Party Konzert besuchte ich am gestrigen Samstag das The Killers Konzert in der Max-Schmeling-Halle in Berlin. Ich ging so ziemlich ohne Erwartungen hin um eine erneute Enttäuschung zu vermeiden.

Pünktlich um acht eingetroffen fing auch schon die Vorgruppe anzuspielen, Louis XIV, ob ich die gut oder schlecht finden soll, weiß ich noch nicht so recht. Live gefielen sie mir gestern, aber eindeutig besser als das was ich heut im Internet bei MySpace oder YouTube gefunden habe.

In der Zeit wo die Vorgruppe ihre Lieder trällerte, suchten Claudi und ich uns einen Sitzplatz. Stehen wollten wir nicht und es waren noch massig gute Plätze frei.

Gegen neun lief dann ein Countdown auf der der rießigen Leinwand im Hintergrund. Die Halle fing an zu beben. Das Publikum kannte kein Halten mehr. Zehn Sekunden sollte es dauern bis die Killers die Bühne betreten.  Sie taten es und begrüßten uns gleich mit der Frage: Are we human or are we dancer? Was das Publikum (ca 12.000) einstimmig mit “Tänzer” beantwortete. Die komplette Halle war außer Rand und Band, von der ersten bis zur letzten Reihe fingen alles an zuspringen, zu singen und zu tanzen. Von Anfang bis zum Ende des Konzerts. Das war einfach herrlich anzusehen. Soviel Energie und gute Laune wie die Killers verbreitetn, hab ich selten gesehn. Zu den Liedern brauch ich ja nichts weiter sagen, sie spielten einen großen Teil vom neuen Album und natürlich die “Klassiker” der vorhergegangen Alben. Der Ablauf und Setlist war komplett stimmig, genau wie der Bühnenaufbau und Lichtshow und einfach alles :)

Im großen und ganzen war das Killers Konzert das komplette Gegenstück zu dem von vor einem Monat. Also wer gestern nicht mit guter Laune die Halle verlassen hat, ist eindeutig ein Emo.

Kultur, Leben

Bloc Party in Berlin

Oder auch: Ein total verkorkster Samstag.

Buzze meint zwar hier habe niemand die Eier was über Musik zu schreiben, aber ich hatte gestern einfach keine Zeit mehr. War halt müde. Aber vielleicht wusste er auch nicht, dass ich auf ein Konzert war bzw. gehen wollte.

Aber wir ihr dem Titel entnehmen könnt war ich am Samstag bei Bloc Party. Ja, da war ich total gut drauf, gefreut hab ich mich. Zumindest als ich aufgestanden bin. Der Plan sah so aus. Aufstehen, Mittag essen ab nach Berlin die Bayern siegen sehen und schick in der Columbiahalle abfeiern gehen. Denkste! Plane nie was du nicht planen kannst!

Also aufstehen und Mittag essen hat ja noch halbwegs geklappt, nach Berlin ins Stadion bin ich auch noch gekommen. Soweit so gut. Die neunzig Minuten ab 15Uhr 30 entnehmt ihr bitte einer Spielzusammenfassung eurer Wahl. Ich war not amused. Echt jetzt!

Naja jedenfalls war ich dann irgendwann vor der Columbiahalle. Die Fahrt dorthin war auch Mist, aber nicht weiter erwähneswert. Die Stimmung am Boden, nur ein Besuch einer meiner Lieblingsbands kann die Stimmung wieder anheben. Einfach mal den Frust von der Seele tanzen. Den Schmerz vergessen machen. Nur die Kälte trennte uns und Bloc Party von einander. Ein Euro sollte gespart werden, also Jacke im Auto lassen und in die warme Halle flitzen.

Die Vorband hatte schon längst angefangen. Wir noch schnell an die Theke einen anhopfen und warten. Vorgruppe nebenbei angehört. Der Körper wurde merklich schwächer aber nach dem Spiel wieder deutlich wärmer. Laune am Boden konnte aber mit Mühe wieder gesteigert werden. Gegen neun gings dann los mit Bloc Party. Bis dahin eine meiner liebsten Bands. Aber was ich geboten bekommen sollte, wird einfach nur mies.

Es fängt beim Publikum an, was sowieso bei jedem Columbiahallen Konzert ein wenig anders ist und hörte bei der Setlist auf. Irgendwie war das alles zu wenig. Alles einfach. Das Publikum war aus Zement gegossen und hatte stehts Schultern und Ellbogen angespannt. Bloß nicht bewegen. Bloß niemanden durch lassen, der sich bewegen will. Einfach total daneben die ganzen Leute. Nicht mein Stil. Da bin ich anders. Ich wollte zum ausrasten hin. Ging aber nicht, da auch die SetList daneben war. Fand ich zumindest.

War irgendwie alles zu wenig oder auch zuviel CD. Nichts Innovatives. Zu sehr Standard. Ich hab mir einfach mehr gewünscht. Ausrasten, mehr Elektro, irgendwie anders als CD. Kam aber nicht. Vielleicht hab ich mir Bloc Party bisher auch einfach anders vorgestellt als sie wirklich sind. Letztendlich war es eines meiner schlechtesten Konzerte  auf den ich war und das waren nicht wenige. Nach der Hälfte des Konzerts hab ich mich in eine Ecke gesetzt, denn Tanzen durfte ich nicht, da hatte das Publikum was dagegen. Die Zeit wurde abgesessen.

Danach schnell nach Hause. Bloß gut, dass die Jacken im Auto waren. Das sparte Zeit, wir mussten nicht an die Gardrobe. Dann hieß es schnell schlafen gehen und den 14.02.09 schnellst möglich vergessen.

Kultur

Es kann nur Eins geben

Ach ja, da wir hier schon bei Originalen sind. Heute ist mir aufgefallen, dass überall im Bahnhof Friedrichstraße Plakate hängen, die für das Dirty Dancing Musical werben sollen. Dort steht auf einem Plakat: “Das Original Live On Stage” und dann steht auf einem anderem Plakat mit Pressestimmen: “… sensationel… BESSER als das ORIGINAL”.

Ja gut, was denn nun?

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