In Facebook Werbung zu schalten ist unglaublich einfach. Mit wenigen Klicks lassen sich günstige Anzeigen oder teuere Kampagnen generieren. Werbetext eingegeben, Bild hochgeladen, Zielgruppe ausgewählt und ab geht die Post – was man bei solch einfachen Systemen vergisst, ist die Qualität.
Deswegen hat Facebook umfangreiche Richtlinien aufgestellt, die verhindern sollen, dass allzu marktschreierische Werbung neben den Nutzerprofilen angezeigt wird. Und da Richtlinien da sind, um gebrochen zu werden, wird die Anzeige erst gestartet, wenn Facebook sie überprüft und freigegeben hat.

Jetzt frage ich mich allerdings, wie trotz einer Qualitätskontrolle so eine kryptische Bauernfängerwerbung freigegeben werden konnte?
Übersetzungsprobleme sollten nicht schuld daran sein, schließlich ist Facebook gerade auch deshalb seit Neustem in Deutschland vertreten. In Anbetracht der Tatsache, dass ziemlich viele Vollpfosten in Facebook unterwegs sind, sind solche Werbeanzeigen höchst bedenklich. Diesen Medieninkompetenten fallen wahrscheinlich nicht mal die Rechtschreibfehler auf. Hier muss Facebook unbedingt nachbessern, in Deutschland ist schließlich nie der dumme Nutzer schuld, sondern immer der Anbieter …
Da in letzter Zeit sehr viele Menschen über Google auf unsere Webseite kommen, um mehr über den Solidaritätszuschlag erfahren, hier mal eine kurze Antwort auf eure brennendsten Fragen, ausführlicher wirds im Text unten.
Es gibt zwei grundlegenden Irrtümer, was den Solidaritätszuschlag betrifft:
- Nur Westdeutsche zahlen den Solidaritätszuschlag: Das ist FALSCH, alle Arbeitnehmer in Deutschland sind zur Abgabe verpflichtet, egal ob Ost, West, Süd oder Nord. Es gibt also keine Bevorteilung von irgendwem.
- Der Solizuschlag fließt nur in den Aufbau Ost: Das ist FALSCH, der Zuschlag ist nicht Zweckgebunden. Er ist einfach eine weiter Einnahme für den Bund, den dieser für alles mögliche ausgeben kann. Mit Ostdeutschland hat der Soli eigentlich nichts mehr zu tun – reine Volksverdummung seitens der Politik, die hier nur ihr Geldsäckel füllen möchte.
In ihrer Wahlkampfwerbung für Dieter Althaus zeigt die Bild mal wieder, wie gerne man doch Klischees bedient, nur um irgendwie aufzufallen. Der Dieter aus Thüringen hatte nämlich einfach mal den Vorschlag in die Wahkampfrunde geworfen, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen.
Laut Bild springen ihm jetzt natürlich “immer mehr” Politiker zur Seite. Abgesehen davon, dass Althaus inzwischen längst zurückgerudert ist und seine Aussage relativiert hat, sind drei Politiker, die Bild im Beitrag zitiert ja nun nicht wirklich “immer mehr”, sondern eben nur die üblichen Politiker, die mal in die Zeitung wollen.
So richtig in die Scheiße reitet sich Bild aber mit ihrer, wie üblich total plakativen Umfrage am Ende des Artikels. Da heißt es “Politiker wollen den Soli abschaffen. Eine richtige Entscheidung?” als Antwortmöglichkeit steht “Ja, das ist längst überflüssig! Der Osten hat lange genug den Soli kassiert!” und “Nein, der Osten ist immer noch benachteiligt! Die Ost-Bundesländer brauchen das Geld!”. Dödelige dummbeutelige Bildleser wählen natürlich zu über 90% die erste Antwort. Das Blöde ist da eigentlich nur, dass der Solidaritätszuschlag ungefähr so viel mit dem Aufbau Ost zu tun hat wie die Bildzeitung mit der Wahrheit, nämlich gar nichts.
So falsch ist es ja gar nicht den Solidaritätszuschlag infrage zu stellen, da kann man der Bild ja keinen Vorwurf machen, dann aber in den typisch blödsinnigen Vorurteilen so mancher Westdeutscher zu verfallen, der Solidaritätszuschlag diene nur dem Osten und da blüht ja nun mal alles, hilft keinen Weiter und führt nur zur berühmten Trennung in den Köpfen. Dabei wäre es gerade jetzt doch an der Zeit den Leuten zu erklären, was der Solidaritätszuschlag überhaupt ist – und dass er eigentlich wirklich abgeschafft werden könnte.
Denn der Solidaritätszuschlag suggeriert zwar irgendwie, dass man hier eine solidarische Zahlung leistet, er ist aber nichts anderes als eine Steuer und die Zahlen alle Arbeitnehmer, ob West-, Ost-, Süd- oder Norddeutschland. Noch besser ist, diese Steuer ist eine nicht zweckgebundene Bundessteuer. Was so viel heißt, dass der Bund das gesamte Geld aus dem Solidaritätszuschlag bekommt und damit machen kann was er will – wenn er Lust hat, kann er damit z. B. lustige Hüte für alle Bundestagsangehörige bestellen. Natürlich kann er auch Geld in die neuen Bundesländer fließen lassen, er muss es aber wie gesagt nicht.
Was genau der Bund nun mit dem Geld macht, kann man seit 1998 übrigens nicht mehr wirklich zurückverfolgen, denn Transferleistungen in die neuen Bundesländer müssen nicht mehr extra ausgewiesen werden. Der Solidaritätszuschlag ist also nichts weiter als eine zusätzliche Steuer des Bundes, die allenfalls einen hübschen Namen, aber sonst eigentlich nichts Besonderes ist.
Was die Bild eigentlich meint mit ihrer Umfrage ist der Solidarpakt. Der legt nämlich fest, dass der strukturschwache Osten von Bund und Ländern jede Menge Geld bekommt und zwar bis 2019. Der Solidarpakt steht aber definitiv nicht zur Debatte, auch wenn hier tatsächlich nachgebessert werden müsste – schließlich gibt es auch im Westen strukturschwache Regionen.
Hier werden also Äpfel mit Birnen verglichen und eine sinnvolle und konstruktive Diskussion verhindert. An der Sinnhaftigkeit einer Sondersteuer, die man wohl aus Solidarität zur Bundesregierung zahlen soll (anders lässt sich der Name ja nicht erklären), gibt es sicherlich sehr viel zu kritisieren. Die reflexartigen Reaktionen aus dem Lager der Grünen und SPD, die wohl auch nicht genau zu wissen scheinen, was genau der Solidaritätszuschlag sein soll, sind allenfalls peinlich denn konstruktiv. Andererseits ist klar, dass man beim Bund alles andere als erfreut darüber wäre, wenn man eine Steuer abschaffen würde, die ihnen jährlich mehrere Milliarden Euro in die Kasse spült.
An dieser Stelle hätte die Bild doch tatsächlich mal ein bisschen Mut zur Wahrheit zeigen und zur Abwechslung mal Aufklärung betreiben können, aber das ist und bleibt wohl Utopie bei Europas größter Tageszeitung mit der ebenfalls am größten sinkenden Auflagenzahl.
Da die Zensurpläne der Bundesregierung so langsam aber sicher umgesetzt werden, hat sich Peter Kröner gedacht: “Wat die können, können wir doch schon lange” und hat ein kleines Plugin für WordPress geschrieben, das den Spieß mal umdreht.
Denn wer das Plugin aktiviert, sperrt sämtliche Besucher von Behördenrechner aus. Statt hochwertigen Bloginhalten sehen die dann ein Bildchen der allseits beliebten Zensurusla.

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Die Sperrliste ist anders als die vom BKA allerdings öffentlich einsehbar, denn sie stammt von uberwach.de, die IP-Adressen von Behörden, Ministerien und Parteien sammelt und veröffentlicht.
Wie mit so einem Plugin die Blogosphäre in Deutschland von der Politik als Gegenöffentlichkeit wahrgenommen werden soll, bleibt mir aber ein Rätsel.
Als Spaßaktion dennoch lustig anzusehen…
Ich hab gelesen, dass Storytelling eine gute Möglichkeit ist, komplexe Sachverhalte vereinfacht rüberzubringen. Probiere ich doch gleich mal aus:
Es rauscht wieder Wald von Kleinbloggersdorf. Aus den dunkelsten Winkeln und hellsten Lichtungen schallt es laut: Unterschreibt sie, die Petition gegen das Sperren von Internetseiten! Und von all überall aus dem kleinen Wäldchen strömen die Häschen, Wölfe und Hirsche des Waldes, setzen ihr Kürzel unter die Petition und verfallen im kollektiven Schulterklopfen.
Ja – es herrscht große Harmonie im Bloggersdorfer Wald. Ganz klar, die Sperrung von Internetseiten seitens des Bösen Königs Adi ist gemein, sinnlos und gefährlich für die freie Meinungsäußerung, aber die Petition, die wird das schon richten, da sind sich alle einig. So zogen sich die Tiere in ihre dunklen Schlupflöcher zurück und freuten sich über ihre große Tat.
Dumm nur, dass der Bloggersdorfer Wald so klein ist und die meisten Menschen im Deutschen Lande gar nicht wissen, wo er liegt oder ob es ihn überhaupt gibt. Denn neben den Bloggersdorfer Wald gibt es noch weitaus größere Regionen in unserem schönem Heimatland.
Da wäre z. B. das silberne Rentnergebirge, das massiv in den Himmel ragt und immer größer wird oder Hausfrauenhausen, eine Stadt, in der es vor allem um die Gleichstellung ihrer Bewohnerinnen mit denen des geschäftigen Nachbardorf Berufingen geht.
Nicht weit davon entfernt liegt die Metropole Harzingen, kaum einer der Bewohner hat hier genug Geld, um sich bis zum Monatsende versorgen zu können. Auf den vielen breiten Straßen tummeln sich die Adeazehler, eine nicht zu unterschätzende Gruppe hochmotorisierter Straßenrambos, die immer auf der Suche sind, nach sinkenden Spritpreisen und Straßen ohne Tempolimits. Nicht zu vergessen ist natürlich das Tal der Ahnungslosen, in dem sich kaum ein Wandersmann verirrt.

All den Menschen des Landes, die nicht im Bloggersdorfer Wald leben, ist eins gemein: Sie haben nicht die geringste Ahnung, was gerade im dunklen kleinen Wald vorgeht. Schlimmer noch! Sie interessieren sich nicht mal dafür, was für Nöte und Ängste die Bewohner des Waldes befallen haben und von einer Petition wissen sie überhaupt nichts.
Wenn das so bleibt, ist es unwahrscheinlich, dass die Kunde des Widerstandes überhaupt die großen Hallen des Königs erreichen, der diese unsinnige Sperrung der Seiten befohlen hatte. Zu klein ist der Wald. Allein und ohne Alliierte an seiner Seite hat der Bloggersdorfer Wald keine Chance sein sinnvolles Anliegen vorzubringen.
Die Bloggersdorfer brauchen also Hilfe, von den Menschen in den Städten, aus dem Rentnergebirge oder vielleicht sogar dem Tal der Ahnungslosen. Doch dazu muss mehr geschehen als das Rauschen im Walde. Dazu müssen die Tiere den Wald verlassen und in die Städte strömen und erklären, warum es auch für die Hausfrauenhausener wichtig ist, ein freies Internet zu besitzen oder warum auch die mittellosen Harzinger Vorteile durch uneingeschränkte Informationsfreiheit haben.
Vielleicht wäre es auch ein guter Schritt den dicken Sendboten des Königs, aufgrund seines Gewichtes “Presse” genannt, zu kontaktieren. Der Sendbote hat nämlich die Fähigkeit alle Dörfer, Straßen und Gebirge des Landes zu erreichen und Nachrichten zu verkünden. Das könnte letztlich die Bewohner des Reiches im Ziele einen, das unsinnige Gesetz wieder zu kippen. Wenn der Großteil seines Volkes sich gegen den König stellt, dann kann er nicht anders, als das zurückzunehmen, was er fälschlicherweise im Umlauf brachte.
Ihr seht es bedarf mehr, als eines Rauschen im Walde. Eine e-Petition mag zwar ein Anfang sein, die Tiere des Waldes zu einen, aber das allein wird nicht dafür sorgen, dass alle Menschen des Landes dafür einstehen werden. Bisher rauscht es zwar stark im Bloggersdorfer Wald, aber der Sturm sollte schon das ganze Land erfasst werden…
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