Also man kann den FC Bayern ja einiges andichten, aber sie sind echt für jeden Spaß zu haben. Das wird mal wieder deutlich, wenn man sich die neuste Werbekampagne von Adidas ansieht.
Frerk Ohm, alias Christian Ulmen tölpelt sich zusammen mit den Bayern-Spielern durch die Gegend und alle tun helfen ihm, der 12. Man beim FC Bayern zu werden.
Fan-Initiative nennt adidas das (Zungenbrecher!) und ist eigentlich reinrassige Werbung. Dennoch: dank Ulmen und einem gut aufgelegten van Bommel und anderen Bayern-Profis kommt das ganze ehrlich sympathisch rüber.
So gestern war es soweit, die neue Saison hat nun auch offiziell beim FCB angefangen. Ich war dabei. Wieso? Keine Ahnung. Den circa 1500 Zuschauern wurden alle Neuzugänge und paar lockere Aufwärmübungen präsentiert. Van Gaal war zunächst ziemlich zurückhaltend und lies erstmal seinen CO und seinen Assistenten den Vorrag. Erst als der Ball mit im Spiel war bekamen die ersten Spieler ihren Rüffel ab. “Das ist nicht gut!!” hörte man mehrmals und die Leute applaudierten, das ist genau das, was man nach der Saison mit Klinsmann hören will. Einen Trainer, der die überzahlten Stars mal zusammen staucht. Mir hats gefallen. So kann es weitergehen. Die anschließende Pressekonferenz war ebenso nach meinem Geschmack. Die Periode van Gaal kann kommen!
Ich habe mir ja angewöhnt erst nach einer Nacht so richtig über Spiele zu urteilen. Emotionen etc. Aber nach dem gestrigen Spieltag muss man den Wolfsdödeln fast zur Meisterschaft gratulieren, normalerweise auch ich als Bayernfan. Im Inneren hoffe ich aber noch auf ein Wunder. Denn was gibt es schöneres als am letzten Spieltag den Titel zu gewinnen?
Die Situation ist klar:
Die halbe Nation ist gegen die Bayern
Diese freuen nun, dass die Bayern nicht Meister und eventuell sogar noch Vierter werden
Wolfsburg scheint nicht mehr zu stoppen zu sein.
Unter diesen Umständen noch den Titel zu holen, wäre irgendwie doppelt schön. Desweiteren hat der Bayerndusel dieses Jahr noch garnicht so richtig stattgefunden. Wurde das alles für den letzten Spieltag aufgehoben? Ich will es doch stark hoffen. Und außerdem: Totgesagte leben länger
Verdient wäre die Meisterschaft diese Saison zwar nicht, aber wer hat das dieses Jahr schon? Niemand!
Also dann Bayern, “Auf gehts kämpfen und siegen”. Gegen Stuttgart sollte das alles auch keine Problem sein, denn die sahen bekanntlich noch nie so wirklich gut in München aus.
Das Problem werden die Bremer, die sich ja von Pokalendspiel zu Pokalendspiel schonen. Einzige Hoffnung: Diego will zum deutschen Meister wechseln
Heißt für mich soviel: Er wartet einfach die Pokalwettbewerbe ab bis er das öffentlich macht, was intern schon fest steht Ich jedenfalls, bin schon gespannt. Wenn man dann noch Ribery halten kann, wird die Sache erst richtig interessant.
So lange ist es gar nicht her, da war Bayern eine ziemlich große Ansammlung von Bauerndörfern und Misthaufen. Den Menschen dort war es vorherbestimmt das Vieh auf die Alm zu treiben, Bier zu brauen und seltsame Klamotten zu tragen.
Man blieb damals unter sich aufm Dorf, die “Zug’zogenen” wurden argwöhnisch beäugt – und geheiratet wurde eh nur der Xaver vom Nachbardorf, der mal den Hof von seinem Vater erben würde.
Bayern das war eine Welt für sich, voll mit Kruzifixen, Lederhosen und Weißwürsten. Gar nicht so wenige behaupten heute, dass sich Bayern eigentlich seit dem gemütlich-bäuerlichen Tagen nicht verändert hat – und mal ehrlich, einige von diesen bayerischen Dorfdeppen tuen auch so gar nichts, um dieses Vorurteil zu beseitigen.
Man schaue sich nur die großartigen FC-Bayern-Fans an, die vor lauter Inzucht auf dem Dorf kaum noch in der realen Welt zu leben scheinen. Da wird ein Fliegenfänger wie Rensing, der – was die Leistung betrifft – eigentlich mit Podolski nach Köln wechseln könnte als “Fußballgott” gefeiert, wenn er mal einen Ball fast gehalten hätte.
Die illustre Reihe der Fußballgötter umfasst auch einen Schweinsteiger, der sich seit der WM 2006 eher zurück- denn weiterentwickelt hat. Der darf auf dem Platz vor sich rumstehen und Ribery zugucken, wie man Fußball spielt.
Und mit wem Lell geschlafen hat, dass er ständig auflaufen darf, versteht wohl nur ein echter Fan. Genau diese echten Fans sind jetzt extrem erbost, dass der “Zug’zogene” Klinsmann ihren Halbbruder Rensing aus dem Tor auf die Bank verbannt hat.
Die Bajuwaren haben Klinsmann spätestens seit der WM eh gefressen – da hatte er nämlich genau dasselbe abgezogen. Den Bayern Kahn auf die Bank, den Lehmann rein ins Tor und genau dieser Klinsi, der in Bayern aus allen Gebeten ausgeschlossen wird, wechselte kurz darauf doch tatsächlich an die Isar.
Mit Elan und viel frischen Wind wollte er damals aus dem Dorffußballverein Bayern, die gerade mal gut genug waren, um die Bundesliga zu dominieren, einen international konkurrenzfähigen Verein zu formen.
Den Fans und natürlich auch der Bildzeitung war das Ganze etwas suspekt, schließlich hatte man sich im Tran der letzten Jahrzehnte daran gewöhnt, Meister zu werden und vielleicht ab und an den DFB-Pokal zu gewinnen. Auf internationalen Parkett schied man mit ziemlich regelmäßiger Sicherheit kläglich aus.
Dass Klinsmann da mit dem Spielermaterial seines behäbigen Vorgängers auch nicht viel reißen würde, war wohl nur den Bayern-Fans nicht klar. Schließlich war man mit genau denselben Pfeifen ein Jahr zuvor im UEFA-Pokal genauso “gut” ausgeschieden wie die Bayern 2009 gegen Barcelona. Damals spielten sie 1:1 in München und verloren 0:4 auswärts gegen St. Petersburg – und das im Cup der Verlierer.
Aber der FC Bayern ist nun mal eine Dorfmannschaft mit Dorf-Fans und die verlangten schon nach den ersten Versuchen Klinsmanns ein modernes Spielsystem einzuführen eine Rückkehr zum lahmen Hitzfeldschen Ergebnisfußballs.
Dumm nur, dass einige andere Bundesligisten inzwischen auch kräftig an sich gearbeitet haben und den Bayern nun auch auf nationalen Parkett Probleme bereiten – mit Inzucht und Lederhosen kommt man da nicht mehr weiter.
So hatte der Vorstand der Bayern eigentlich die Zeichen der Zeit erkannt und versucht den FCB von Grund auf zu reformieren und dabei mit Klinsmann zwar eine Reizfigur, aber eben auch einen Reformer geholt.
Leider ließen sie den Reformer nicht wirklich reformieren. Wie auch, wenn man als Trainer einen Rensing im Tor stehen lassen MUSS oder einen Standfußballer, wie Schweinsteiger nicht mal mit Bankdrücken bestrafen darf. Wie man mit zwei Stürmern + einem Podolski und mittelmäßigen Reservespielern die Champions League gewinnen soll, kann glaube nicht nur ich nicht verstehen.
Aber so ist das in Bayern, wo Blut dicker ist als Können. Da wird dann halt mal der Freund von der Schwester aufgestellt.
Lieber soll hier alles beim Alten bleiben droben auf der Alm: Im Frühjahr werden die Kühe aufgetrieben, im Sommer wird der FC Bayern Meister und im Herbst gibt’s den Almabtrieb – ander ist es schließlich nie gewesen. So ist das in Bayern, dem Land der Lederhosen.
Was für ein Spiel. Als Spiel des Jahres wurde es angekündigt und das war es auch . Gegen sau schlechte Lissaboner feierte der FC Bayern gestern einen grandiosen Sieg.
Aber worüber ich mich eigentlich aufregen will, ist dass ein Jose Ernesto Sosa beim einen Spielstand von 5:1 !!! ausgepfiffen wird, wenn er Fehlpässe spielt. HALLO!? Der Junge hat kaum Spielpraxis und muss man ihm die Wenige auch noch vermiesen? Ich fand das so lächerlich. Aber hey, das ist anscheinend der FCB. Man hat halt sonst keine Probleme…
Ich glaub ich schau zu viel Fußball zur Zeit. Träume fast jede Nacht davon. Letztens habe ich geträumt, ich wäre Spieler beim FC Bayern. Fast schon ein Albtraum, aber eben nur fast. Jedenfalls stand ein Spiel gegen Hertha an und beim Abschlusstraining standen wir bei uns zu Hause aufm Hof rum und haben stur den Ball gegen das Garagentor gezimmert. Mit von der Partie waren übrigens Marco Pantelic und Andrey Voronin. Ich denke ich weiß wer da beim Uli ganz oben auf der Einkaufsliste steht.
Gestern dann gab es dann mal etwas angenehmes. Ich spielte bei Bremen. Zwar nur zweite Mannschaft, aber immerhin mit Özil zusammen. Ich weiß garnicht mehr, gegen wen wir spielten, jedenfalls begann das Spiel auf Rasen und endete aufeinmal in der Halle. Alles sehr merkwürdig, zumal ich auch noch im Sturm spielte. Wer mich und meine Chancenverwertung kennt, kann erahnen, wie merkwürdig das ganze war.
Damit ich in Zukunft wieder einen schön erholsamen und traumlosen Schlaf haben werde, muss ich mir wohl weniger Fussball zu schauen.
Aber erst wenn die Champions League zu ende ist. Und nach dem DfB-Pokal. Und vorallem erst wenn Sommerpause ist.
Dann aber wirklich.
Update: War ja klar, dass ich nach diesem 7:1 und dem lesen des Berichts über den letzten Besuch des Trainers in der Allianz Arena, wieder von den Bayern träumen würde. Diesmal war ich Gott sei Dank nur Zuschauer. Nix ungewöhnliches also, außer dass der Rasen, der in der Realität schon seltsam aussieht, nicht vorhanden war und stattdessen auf einer schwarzen Folie, auf der der vereinzelt Blumentöpfe standen, gespielt wurde und (Vorsicht, Insider!) der Niggo im Tor stand.
Ein kleines Experiment: Peter twittert gerade live aus dem Bayernstadion vom Spiel gegen Lissabon. Er hat kaum Zeit von den Toren zu berichten, weil ständig welche fallen. Scheint aus Bayernsicht aber ziemlich langweilig zu sein.
Andererseits ist Twitter gerade völlig überlastet und teilweise nicht erreichbar, so richtig verfolgen kann man ihn deswegen nicht.