Nachbar Moritz vom Sockenblog hat ein Filmstöckchen durch die Gegend geworfen und wie bei allen Schwanzvergleichen, können wir uns den natürlich nicht entgehen lassen. Diesmal wird gefragt, welche der 100 erfolgreichsten Filme man schon gesehen hat – also all die Mainstreamscheiße, die man als “echter Filmkenner” natürlich niemals gucken würde.
Anhand der kleinen Icons () könnt ihr dabei sehen, wer was gesehen hat. Dabei sagt die Anzahl der Autoren bei einem Film natürlich nichts über dessen Qualität aus. Am Ende des Beitrag gibst dann auch eine kleines Autoren-Ranking. Ganze zwei Filme wurden übrigens von keinem der sechs Autoren gesehen.
Das treibt mir wirklich die Freudentränen ins Gesicht. Wenn ich die Jungs hier wieder sehe, allen voran Leam Neeson, dann kann das doch nur ein Feuerwerk werden. Schließlich wurde hier wieder frei nach dem Motto “Früher war alles besser, aber heute knallt’s mehr” verfahren.
Völlig überzogen, sicherlich total sinnfrei, aber es ist und bleibt das A-Team!
Fehlt eigentlich nur noch ein Remake von ein Colt für alle Fälle… aber wer kann schon Lee Majors ersetzen?!
Mit meiner Abneigung für Katastrophefilme ändert sich auch nach Roland Emmerichs neustem Streich nichts. Alles bleibt beim alten. Nur eben eine Nummer größer, beziehungsweise will der Film nur eine Nummer größer sein. Er ist es trotz der angeblichen ultimativen Zerstörung der Erde nicht.
Eines vorweg, über Logik- und Storyfehler reden wir hier nicht. Jedes Wort wäre verschwendet. It’s just a film, so we take it.
Die Story bleibt flach und so könnte man den Film auch viel schneller zu Ende bringen, denn nach dem ersten Auseinanderbrechen der Platten hat man alles gesehen und langweilt sich nur noch. Der Film stolpert von einer Zerstörungszene in die nächste, ohne dabei auch nur annähernd so etwas wie Spannung aufzubauen. Hier reißt ein Graben auf, da stürzt ein Gebäude zusammen, irgendwas geht in Flammen auf und natürlich stirbt irgendeine Nebenrolle, bei der man zwei Minuten nach ihrer Einführung schon wusste, dass sie stirbt. Das übliche “Alles wird schon gut gehen”-Gefühl stellt sich natürlich auch sofort ein. Aber so sind Katastrophenfilme nun mal. 2012 kann sich da nicht absetzen.
Selbst die im Vorfeld hochgelobte Optik kann nicht überzeugen. In den ruhigen Szenen ist das Bild gestochen scharf, fast schon zu scharf. Man fühlt sich teilweise als würde man GZSZ mit Weltuntergang sehen, die Dialoge tun da ihr übriges. Ganz im Gegensatz zu den Actionsequenzen, in denen man sich vorkommt als würde man eine zweitklassige Cutszene in irgendeinem Computerspiel sehen. Alles wirkt viel zu verschwommen um wirklich Eindruck zu machen. Die ganze Inszenierung dieser Zerstörungswut krankt an ihrem eigenem Größenwahn. Wenn man erst einmal gesehen hat, wie Los Angeles im Meer versinkt, kann einen ein in Flammen stehendes Las Vegas oder die Zerstörung des Weißen Hauses nicht mehr wirklich schocken. Man stumpft ab. Wie im echten Leben halt. Nur dass in diesem Film alles noch viel konstruierter ist. Gräben reißen immer zwischen zwei Menschen auf und die Natur gibt sich allergrößte Mühe Wahrzeichen und Zeugnisse der menschlichen Kultur möglichst eindrucksvoll in Schutt und Asche zu legen.
Fazit: 2012 ist eben nur ein weiterer Katastrophenfilm. Mehr nicht. Das größte Problem, was ich mit dem Film habe, ist, dass ich nicht mal sagen kann, ich hätte lange nicht mehr so einen schlechten Film gesehen. Denn Transformers lief ja unlängst im Fernsehen.
Als ich heut den bei den Fuenf-Filmfreunden den Trailer zu Kick-Ass gesehen habe, wusst ich noch nicht so wirklich was ich davon halten soll. In den Kommentaren fand ich dann einen Eintrag von Dirk, der das ganze ein bißchen interessanter gestalten sollte.
Der Trailer vermittelt ein vollkommen falsches Bild. Es gab schon ‘mal einen geleakten Trailer (Comic-Con?), der nun wirklich alles andere als harmlos war: Blutfontänen und Knochenbrüche galore !! Und die junge Dame hatte auch einen etwas anderen Wortschatz Der Film hat jedenfalls schon sein MPAA-Rating: R !!!
Ich hab zwar keine Zeit, aber ein bisschen Content steht dem Blog glaube gerade ziemlich gut zu Gesicht. Auch wenns nur ein Stöckchen ist, wenigstens ist er zu einen Thema, das mich interessiert: Film und das Kino. Gefunden hab ich den übrigens bei Moritz und der hat es von Julian.
Das Stöckchen ist ziemlich lang, deswegen trenne ich das hier mal ab. Wer sowas also gar nicht mag, sollte NICHT auf weiterlesen klicken… weiterlesen…
Gleich zur Entwarnung vorneweg: Das reiht sich jetzt nicht in die seltsamen Anwandlungen Hollywoods ein, angesagte Internetthemen in höchstwahrscheinlich dümmliche Filme zu packen, wie ich das beim Facebook- und WoW-Film erwarte.
Twittamentary soll, wie der Name schon anklingen lässt, eine Dokumentation sein und die will ganz neue Wege gehen. Ganz plakativ gesagt: Twittamentary ist eine Doku2.0 – von, mit und für die Internetgemeinde. Die Idee dahinter ist eigentlich recht einfach, schließlich ist Twitter für viele inzwischen ein integraler Bestandteil des täglichen Lebens geworden.
Tagtäglich werden in 140 Zeilen Belanglosigkeiten, Beschimpfungen, aber auch interessante Kommentare, Ideen, Gefühle und Ansichten gezwitschert. Manchmal entwickeln sich aus diesen wenigen Zeichen kleine Geschichten um Menschen, die einen im besten Fall berühren oder zumindest unterhalten. Auf der Webseite heißt es dazu:
We have heard stories of how Twitter users mourn the death of a cancer patient whom they have never met in real life before, how strangers reach out to give help in times of calamity or emergency, how people come together to organize fun and wacky events for charity.
Die Filmemacher sammeln also ab sofort Vorschläge für Geschichten, wie Twitter das Leben seiner Nutzer in entscheidenden Momenten verändert, bereichert oder vielleicht sogar zerstört hat. Die Vorschläge können in Form von Bildern, Texten, Filme und Audiodateien eingereicht werden. Wenn ihr also eure Freundin über Twitter kennengelernt oder euren lange verschollenen Bruder dank seiner Tweets wiedergefunden habt, dann seid ihr hier genau richtig.
All die gesammelten Filme (bzw. eine qualitative Auswahl davon) werden dann in einem 24 Hour Story Telling Event Anfang September der Internetgemeinde vor- und zur Bewertung bereitgestellt. Vor allem soll darüber natürlich wieder getwittert werden und das eben rund um die Uhr und ein Mal rund um die Welt.
Die Dokumentarfilmerin Tan Siok Siok, die ich in Peking auch kennenlernen durfte, wird dieses Projekt begleiten und am Ende hoffentlich einen spannenden und sehenswerten Film daraus machen. Der wird dann übrigens kostenlos und unter der CC-Lizenz der Internetgemeinde zur Verfügung gestellt.
Das alles hört sich wahnsinnig ambitioniert an und ist es in meinen Augen auch. Besonders die Idee, dass User ihre Geschichten selbst in Szenen setzen sollen und das auch in ansprechender Qualität, wird sicherlich der größte Knackpunkt sein. An Geschichten wird es hingegen nicht mangeln, auch wenn sie manchmal schwer zu finden sein dürfte, in Twitter wird es genug zu erzählen geben.
Ich bin wirklich gespannt, was aus dem Projekt wird und hoffe auf rege Teilnahme, auch aus Deutschland. Dass Siok gute Dokumentarfilme aus “kleinen” Geschichten machen kann, hat sie in meinen Augen schon in Boomtown Beijing bewiesen. Wenn das ansatzweise auch in Twittamentary funktioniert, dann wird das ein richtig toller Film.
Man, man, da hab ich doch fast nicht mitbekommen, was Guy Ritchie gerade in der Pipeline hat, die filmische Neuauflage einer waschechten britischen Kultfigur: Sherlock Holmes – Held meiner Jugend.
Literaten verfallen allerdings in Panik, nicht nur weil Ritchie Regie führt, sondern weil kein geringerer als Robert Downey Jr. den Holmes gibt!
Jetzt besteht zurecht die Befürchtung, dass Downey statt Holmes zu spielen, so ist wie immer: zynisch, trocken und verdammt cool.
Nach Konsum des ersten Trailers zum Film bestätigt sich die Annahme, wir sehen hier eher eine komplette Neuinterpretation des Stoffes, statt einer akkuraten Umsetzung.
Kein alter Herr mit Deerstalker-Hut und Pfeife, der durch dezentes Ermitteln seine Fälle löst, eher ein typischer Ritchie-Film: sarkastisch, temporeich, mit ein verzwackten Geschichte und (natürlich) einem Faustkampf – mit ganz viel britischem Understatement.
Die Literaten sollen sich mal die Haare raufen, ich hoffe, dass Ritchie endlich wieder zu alter Stärke findet und Downey Jr. die Rolle wenigstens ein bisschen ernst nimmt. Zumindest die Drogensucht von Holmes sollte er doch im Schlaf spielen können.
Doof nur, dass der Film erst im Januar 2010 rauskommt…
Die Zukunft des Fernsehens liegt im Internet, das ist keine allzu gewagte Prognose. Wie das Ganze allerdings umgesetzt werden soll, daran scheiden sich die Geister derzeit noch gewaltig.
Die einen halten YouTube mit seinen Spaß- und Unterhaltungsvideoclips schon für die Zukunft – eine Plattform, auf der sich die Jugend von heute ihr „Fernsehprogramm“ zusammenstellt. Das ist in meinen Augen allerdings eher ein Wunschtraum – YouTube Inhalte sind zu stark fragmentiert. 10 Minuten Längenbeschränkung lassen wirkliche Serien- oder Filminhalte noch nicht zu.
YouTube ist also mehr das ADS-Fernsehn für Leute, die sich für normales Fernsehen nicht lang genug konzentrieren können.
Wie das Fernsehen der Zukunft aussehen könnte, zeigt die US-amerikanische Plattform Hulu.com, auf der aktuelle Serien und einige mehr oder weniger hochkarätige Filme zum Streaming bereitstehen. Unterbrochen von kurzen Werbeblöcken, kann man hier die neuste Simpsons-Folge ansehen oder den aktuellen Fall von Dr. House verfolgen. Einziger Nachteil – der Dienst funktioniert nur in den USA. Alle anderen schauen in die Röhre. Der Erfolg gab Hulu bislang recht, auch wenn es derzeit etwas knirscht im Getriebe, sehe ich hier eher die Zukunft des Fernsehens als bei YouTube.
Aber was passiert in Deutschland auf dem Gebiet? Die Fernsehsender aus good ol‘Germany tummeln sich alle mehr oder weniger aktiv im Netz der Netze, wobei keiner eine wirkliche Strategie zu verfolgen scheint.
Aber man kann dem Drehbuchautor nicht des Plagiats beschuldigen, schließlich hat der gute Eric Roth auch schon das Script für Gump verfasst. Der dachte sich bestimmt, nach 15 Jahren fällt keinem auf, wenn er die Story einfach noch mal bringt.
Also ich weiß ja nicht, ob Tarantino bei Inglourious Basterds zu alter Stärke finden wird. Der Trailer macht aber schon Lust auf mehr.
Zusätzlich zeigt der Original-Trailer auch, warum man sich Filme in der Originalsprache ansehen sollte. Den herrlich breiten Akzent von Brad Pitt wirds in der deutschen Version nicht geben.
Einen zweiter Pulp Fiction wirds sicherlich nicht werden. Es sollte einfach besser sein, als Tarantinos letzte Machwerke