Dunkle Wolken ziehen am Horizont auf. Die Ozeane treten über ihre Ufer. Menschen rennen schreiend durch die Städte. Man kann es nicht leugnen. Die Krise ist da!
Aber keine Sorge es gibt ein paar heldenhafte Recken, die euch völlig uneingenommen, ohne Politik- oder Wirtschaftstudium, und ohne Skrupel dorthin zu gehen wo es weh tut, die Welt in der Krise erklären.
Als bloggewordene Antithese zu unserem netten Haufen haben unser Mann für die großen Diskusionen hier (Felix) und unser [positiv besetztes Adjektiv hier einfügen - sowas wie kompetent, mächtig, was in der Richtung] Troll vom Dienst (Celle), zusammen mit dem noch unbekannten dritten (Madde), in jahrelanger Geheimarbeit selbst ein Blog aus der Taufe gehoben, um ihr schier endloses Wissen mit euch zu teilen. Sie schufen einst die Krise, um nun drüber berichten zu können. Hinter ihnen stehen weltgeschehenleitende Persönlichkeiten und Institutionen wie Dan Brown, die katholische Kirche, Barack Obama, Josef Ackermann und die FIFA.
Oder so ähnlich. Warum und wieso ist auf ihrer Seite glaub ich dann doch besser erklärt. Schaut jedenfalls mal vorbei, im Krisenblog. Vielleicht lohnt es sich ja.
“Genau betrachtet ist Shareholder-Value die blödeste Idee der Welt” sagt Jack Welch, früherer Chef von General Electric, eines der größten Unternehmen der Welt. Der muss es allerdings wissen, schließlich hat er das Shareholder-Value-Konzept selbst erfunden.
Morgen ist auch nur ein Tag. Sollte man sich mal zu Herzen nehmen, gerade in Zeiten wie diesen™. Dachten sich auch Madness damals.
Madness machen Musik und Elvis Costello singt. Eine wunderbare Version. Klingt wie für einen Bond-Film geschaffen. Und das, das ist das größte Lob was ich vergeben kann.
Ab 0:38 gehts richtig los.
Hier noch das Original. So schon eines meiner Lieblingslieder von Madness.
Gut das kann daran liegen, dass die Banken (“Wir verbrennen auch ihr Geld”) und die Unternehmen eine etwas andere Sicht auf die Dinge haben. Schließlich handeln die Banken gern mit Luft und Liebe und Unternehmen, gerade Industrieunternehmen, doch lieber mit harter Währung. Es kann aber auch daran liegen, dass es einfach zu viele Experten und Fachjournalisten gibt, die doch weniger Ahnung haben, als sie glauben – das sind ja auch nur Menschen.
Ich will ja die Krise nun nicht schönschreiben und ich habe keine große Ahnung von den wirtschaftlichen Zusammenhängen, aber irgendwie wirkt die Berichterstattung zum Thema Finanzkrise extrem negativistisch. Immer wenn es mal etwas Positives zu Berichten gibt, dann wirkt die allgemeine Presse fast enttäuscht darüber.
Das ist sie wahrscheinlich auch, schließlich sind Krisenzeiten immer die großen Zeiten der Presse. Aber wer weiß, wie schlampig manche Redakteure unter steigenden Zeitdruck irgendwelche Agenturmeldungen veröffentlichen, der wird wohl mit mir übereinstimmen, dass ungenaue und unreflektierte Meldungen über die Wirtschaftskrise keine Ausnahme sein werden. Und negative Meldungen sind immer einfacher zu verbreiten als positive.
Das ist fatal, wenn man bedenkt, dass Massenmedienerheblichen Einflussauf die Wahrnehmung von komplexen Krisen innerhalb der Bevölkerung haben, das wurde in der Kommunikationswissenschaft schon vor Jahrzehnten ausgiebig erforscht. Trotzdem ist es in diesen Tagen etwas anders: So extrem negativ wie die Presse, sieht die Bevölkerung (Weihnachtskaufrausch,Neuwagenkauf) und auch die Unternehmen die wirtschaftliche Lage nicht.
Aus medienwisschenschaftlicher Sicht ist das natürlich ziemlich interessant. Welche Wirkung hat denn die Medienberichterstattung auf die Konjunktur? Eine Studie zu dem Thema hätte, denke ich, durchaus das Zeug zum Klassiker, wie die Kepplinger/Roth-Studie zum Thema Ölkrise 1973, bei der die Presse nachgewiesenermaßen einen erheblichen Einfluss auf die Verschlechterung der Lage hatte.
Aber vielleicht ist die Presse ja diesmal richtig gut informiert
Die Münchner geben bekannterweise gerne Trinkgeld. Sie geben es so ziemlich jeden, der was für sie tut. Ich musste es am eigenem Leibe erfahren, als ich im letzten Jahr noch im Außendienst in München tätig war. Ich schraubte den Leuten ihre DSL-Router an die Wand und bekam regelmäßig das Trinkgeld hinterher geworfen. Und das garantiert nicht zu wenig.
Doch für den öffentlichen Dienst scheint sich das Ganze zu einem Problem zu entwickeln. Auch während dieser Finanzkrise sind die Münchener gewillt, ordentlich Trinkgeld zu geben, um zum Beispiel auch den Müllmännern die besinnliche Zeit etwas angenehmer zu gestalten. Anscheinend soviel, dass dies die Stadt zu folgender Mitteilung veranlasste.
Wenn man sich die Bilanzen der verschiedenen Banken im letzten Quartal so anguckt mag man gar nicht glauben, dass wir uns wirklich in einer Wirtschaftskrise befinden. Man findet Gewinne in Milliardenhöhe und Dividendenausschüttungen mit astronomisch hohen Zahlen. Möglich macht es das Fair Value Konzept und ein geändertes Bilanzrecht. Das Fair Value Konzept ist erstmal relativ logisch. Hat ein Banker verschiedene Aktien in seinem Depot, die an Börsenwert gewinnen, also nachgefragt sind, so kann die Bank diesen Wert als Gewinn verbuchen, obwohl sie die Aktie nicht verkauft hat. Aber da sie ja die Aktien jederzeit verkaufen könnte, zu dem an der Börse gehandelten Preis, entsteht ein hypothetischer Gewinn, der auch in den Bilanzen mit verrechnet werden kann.
Doch jetzt kommt das Sinnlose an der Geschichte. Die deutsche Bundesregierung hat in einer Nacht- und Nebelaktion das deutsche Bilanzrecht, als Reaktion auf die Krise, geändert. So können zwar weiterhin hypothetische Gewinne verbucht werden, jedoch brauchen sinkende Kurse, was ja logisch wäre, nicht als Verluste in den Quartalsbericht geschrieben werden. Dort wird dann einfach der Wert hineingeschrieben, den das Aktienpapier vor der Krise hatte. Und das wird solange gemacht bis die Aktien dann irgendwann einmal wieder gestiegen sind. Somit macht die Bank mit Aktiengeschäften in ihrem offiziellen Quartalsbericht keine Verluste mehr. So verwandelte die Deutsche Bank letztes Jahr aus einem Verlust von 431 Millionen Euro einen Gewinn von 414 Millionen Euro, was einer Bilanzveränderung von 845 Millionen Euro entspricht.
Jeden Tag lesen wir neue Meldungen zur Finanzkrise und jeden Tag scheinen die Zahlen immer größer zu werden. Insgesamt sei jetzt von einer weltweiten Geldvernichtung im Wert von 1,1 Billionen Euro die Rede. Um diese Zahl zu veranschaulichen sei gesagt, dass dies in etwa dem Betrag entspricht, der nötig wäre um in Afrika 25 Jahre lang die Armut zu bekämpfen. Die EU-Kommission hat ihren Mitgliedsländern heute ein Konjunkturprogramm in Höhe von 200 Milliarden Euro vorgeschlagen, um einen zu starken Durchschlag der Finanzkrise auf die Realwirtschaft zu verhindert. Doch kann man ernsthaft noch glauben, dass dieser „Durchschlag“ gemindert werden kann? Schon jetzt stoppen die großen Automobilunternehmen ihre Produktion und seit letzter Woche Mittwoch wissen wir durch das Beispiel BASF, dass sich die Finanzkrise nicht nur auf die Immobilien-, Automobil- und Bankenbranche beschränkt. Ganz im Gegenteil. Wir müssen davon ausgehen, dass alle Bereiche des ökonomischen Lebens von dieser Krise betroffen sein und dass Millionen von Jobs verloren gehen werden. Diese Krise wird eine der stärksten seit 1929, was alleine schon ihre Ausbreitungsgeschwindigkeit beweist. Gingen die Wirtschaftsweisen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Oktober, für das Jahr 2009 noch von einem Wirtschaftswachstum von 1,0% aus, so revidierten sie innerhalb von 6 Wochen ihre Annahme um 1,9% nach unten auf ein Minuswachstum von 0,9%. Dies wäre ein Wert, den die deutsche Wirtschaft erst zwei Mal in ihrer Geschichte erreicht hatte und zwar nach dem Abflauen des Einheitskaufrausches 1993 und nach dem Ölschock 1975. Und wir wissen nicht welche Zahlen morgen veröffentlicht werden.