Leben, Netz

Sonntagslese (#49)

+++ Wem der Sex bei der Pocahontas-Action Avatar zu kurz gekommen ist, der darf sich hieran erfreuen +++ Rolle Koch von der CDU ist ja wieder richtig schön am Stänkern, hier gibts die passende Werbung dazu +++ Aber nicht nur die CDU ist toll, auch die FDP mit ihrem Guido, der gern von Arroganz der Mächtigen redet und sich dann doch irgendwie selbst damit meint +++ Bei CNN gibt es drei 360°-Videos von Haiti zu sehen. +++ Falls ihr Probleme beim Einschlafen habt, könnt ihr es ja mal mit RainyMood probieren. +++ Für unsere Statistik-Freunde haben wir auch wieder ein paar Zahlen: Diesmal zum Internet im Jahre 2009 +++

Kultur, Leben, Netz, Welt

Sonntagslese (#38)

+++ Fotos von komischen Wolken. +++ Die Umweltverschmutzung Chinas in Bildern. +++ Der Telegraph hat eine Liste der 10 wichtigsten Internet-Gesetze zusammengestellt. +++ Die BBC Natural History Crew hat einen Kampf zwischen 15 Meter langen und 40 Tonnen schweren Buckelwal-Männchen um ein Buckelwal-Weibchen gefilmt.  That’s epic! +++ Vom 14. Oktober bis heute fand in Berlin das Festival of Lights statt. Schöne Fotos gibt es hier, hier, hier und hier. +++ Noch mehr Lichtkunst: Auf dem Branchage-Filmfestival gab es dieses Jahr sehr schöne Architektur-Projektionen zu sehen. (via) +++

Netz, Politik

Laber-Wahlkampf

Openreichstag auf Youtube

Es hätte so schön sein können. Seit Obama in den USA zum absoluten Massenphänomen wurde und einen völlig neuen Bürgernahen und für Vorschläge offenen Politikertyp definierte. Plötzlich hieß es, die Bürger hätten wieder Lust an der Politik. Das hatte in den USA hervorragend funktioniert, der erste echte Internetwahlkampf der Geschichte hatte einen mehr oder weniger großen Anteil an der Wahl von Obama zum Präsidenten.

In Deutschland, so dachte man sich in den Parteizentralen, sollte so was doch auch möglich sein, also wurden mit viel Aufwand neue Parteiwebseiten aus der Traufe gehoben, die sozialen Netzwerke geentert und YouTube breitflächig mit Videos zugepflastert – doch dann kam Zensursula und ließ alle Hoffnungen über Internet Stimmen zu sammeln zu Staub zerbröseln. Das, so könnte ich mir vorstellen, wird nach dem 27. September die Bilanz des Internetwahlkampfs sein: Schuld sind die doofen Internetnutzer, die wollte nicht mitmachen.

Das ist nicht ganz falsch, greift aber sehr kurz, wenn man sich mal anguckt, was eigentlich als Internetwahlkampf bezeichnet wird. Der ist bei genauerer Betrachtung nämlich alles andere als innovativ, wenig interaktiv und eigentlich total altbacken.

Jedes Käseblatt und Fernsehsender à la Couleur versuchen Teilhabe zu suggerieren, indem sie ihre Leser, Zuschauer und Internetnutzer dazu aufrufen “ihre Fragen” an Spitzenpolitiker zu stellen. Die würden dann Live während Fernsehdebatten eingespielt oder vom Moderator gestellt. WAAAAUUU! Total interaktiver Super-Shit! Echt jetzt.

Was genau man mit dieser Pseudopartizipation erreichen möchte, ist mir schleierhaft. Nehmen wir mal das ZDF-Projekt Open-Reichstag, ein Musterbeispiel, was für seltsame Vorstellungen vom Mitmach-Internet in den alten Medien so herumgeistern. Da soll man seine Fragen an Politiker online hochladen, damit sie dann Live in einer TV-Sendung gestellt werden können. Da frage ich mich: Gehen den Moderatoren und Redaktionen die Fragen aus?

Wem nutzt denn dieses seltsame one-way-Fragenstellen? Das haben doch in der Prä-Obama-Zeit die Moderatoren doch auch allein geschafft, heraus kommt dabei doch auch nur das übliche Wahlkampfblabla – nur das diesmal ein “Internet-User” die Frage gestellt hat. Soll ich deswegen jetzt plötzlich Hurra schreien und wählen gehen? Wohl kaum. Eher werden die Leute, die bei solchen lustigen Frage-Antwort-Spielchen mitmachen einsehen, dass auch bei ihren Fragen nur um den heißen Brei herumgeredet wird und Konzepte fehlen.

Echter Diskurs sieht anders aus, wo sind die Crowdsourcing-Parteiprogramm-Tools, bei der die einzelnen Wahlprogramme bewertet und Alternativvorschläge gemacht werden können. Mit so einem Tool würden die Leute die Programme doch tatsächlich mal lesen! Wo stellen sich Politiker wirklich mal in den Ring und lassen nicht nur eine Frage zu sondern stellen sich einer echten Diskussion.

Das Wichtigste und vielleicht auch einzige, was wirklich wichtig ist, das sind Signale aus der Politik, dass man die Menschen und ihre Ideen ernst nimmt. Nicht, dass man sie verhöhnt, beschimpft und kriminalisiert, wie das bei der Netzsperren-Petition der Fall war.

Echter Internetwahlkampf heißt nicht nur “User Fragen, Politiker antworten”, das ist Einbahnstraßen-Wahlkampf à la Bierzelt. Echter Internetwahlkampf ist Diskussion auf Augenhöhe. Warum nicht mal “Politiker fragen, User antworten”? Das wäre innovativ. Gebt den Bürgern, besser Wählern das Gefühl, dass sie tatsächlich an etwas teilhaben, am Parteiprogramm, am Wahlkampf und am Regieren und ich sage euch, ihr werdet gewählt werden.

Wenn die Politik endlich wieder begreift, dass das Grundübel der Politikverdrossenheit, nicht die Arbeitslosigkeit oder die Wirtschaftskrise, sondern das Gefühl der Machtlosigkeit ist, erst dann sehe ich Chancen, dass die Menschen sich wieder ernsthaft mit Politik auseinandersetzen.

Netz

Besser twittern

Twittern kann, wenn man den richtigen Leuten folgt, wirklich Spaß machen. Bis man die richtigen Leute aber gefunden hat, folgt man erst mal massenhaft Menschen, von denen man annimmt, dass sie gute Inhalte verfassen. Das kann sehr schnell, sehr unübersichtlich werden und das macht dann sehr schnell auch keinen Spaß mehr. Eine Möglichkeit der twitterschen Informationsflut Herr zu werden, ist Tweetdeck, ein nettes kleines Stück Software, dass endlich Struktur in den Twitterwald bringt.

So ganz neu ist Tweetdeck nun nicht mehr und ich möchte das Tool nicht als absolute Neuheit präsentieren, aber den ein oder anderen war es bisher vielleicht fremd.

Was macht Tweetdeck denn nun? Erstmal nutzt es die Twitter-API, um auf deinen Twitter-Account zuzugreifen. In mehreren übersichtlichen Spalten zeigt dir Tweetdeck nun, die Tweets deiner Freunde, die Tweets in denen du erwähnt wirst und die angesagten Themen in der Twitterwelt an.

Damit sind die Möglichkeiten allerdings noch lange nicht erschöpft, Tweetdeck kann noch viel mehr, aber warum sollte ich mir jetzt die Finger wund schreiben, um euch alle Funktionen von Tweetdeck zu erklären, wenn Jan Tissler vom Upload-Magazin das schon richtig gut in einem Video zusammengefasst?

Die Möglichkeit verschiedene Twitter-User in Gruppen zusammenzufassen (bspw.: Arbeit, Freunde, Familie) und bestimmte Suchworte ständig abzufragen, um beispielsweise über eure Lieblingsband Tokio Hotel auf dem Laufenden zu sein, sind eine der ganz großen Stärken von Tweetdeck.

Ich persönlich nutze Tweetdeck auch in Verbindung mit Facebook, es ist nämlich nicht nur möglich mehrere Twitteraccounts zu verwalten, sondern auch die Statusupdates von Facebook anzeigen zu lassen. Ein kleines Highlight ist auch Twittscoop, in dieser Spalte werden euch die heißesten Themen in der Twitterwelt angezeigt. Manche News gibt es hier sogar schneller als bei der DPA.

Alles in allem stellt Tweetdeck mit seinem übersichtlichen Aufbau und nützlichen Funktionen tatsächlich eine erhebliche Arbeitserleichterung in Sachen twittern dar. Wer also unter den unzähligen Tweets die Übersicht zu verlieren droht, sollte sich die Software mal anschauen.

Tweetdeck ist eine Adobe AIR-Applikation, d. h. sie funktioniert mit Windows, Mac und Linux. Ihr braucht dazu aber eben AIR, was aber bei der Installation von Tweedeck problemlos mitinstalliert wird.

Leben

Es bebt wieder

q31

Quake Live ist endlich online. Das heißt wenn die Seite wieder geht. Die scheint nämlich unter dem Ansturm zusammen gebrochen zu sein. Waren wohl einige genauso neugierig wie ich, auf die kostenlose Version von Quake 3. Immerhin konnte ich, nachdem ich den halben Tag in der Warteschlange gehangen habe und einige Installationsprobleme überwunden habe, das Trainigslevel spielen.

Und ich bin echt begeistert. Dafür das das ganze komplett im Browser läuft, spielt es sich echt gut und schaut genauso, wenn nicht sogar besser, aus als Q3. Es spielt sich erstaunlicherweise auch genauso. Wie das funktioniert ist mir zwar ein Rätsel, aber das Spiel rockt wie eh und je.

Wenn das jetzt noch so klappt wie es soll. Nämlich, dass man seinen, im Trainigslevel ermittelten, Fähigkeiten entsprechende Gegner bekommt, kann das einfach nur das nächste große Onlineding werden.

Netz

Dämmerung

Durch Zufall entdeckt und gleich für gut befunden: die Webserie Dämmerung. Nach eigenen Angaben ist die 10-teilige Serie ein “Ein hochwertiges Serienformat für das Internet.” und dem kann ich eigentlich nur zustimmen.

Am ehesten lässt sich Dämmerung mit Lost vergleichen. Eine Gruppe von sich völlig fremden Menschen trifft in einem menschenleeren Dorf zusammen und sind völlig ahnungslos, wie sie dort hingelangt sind und was mit den Bewohnern des Dorfes geschehen ist. Einer von ihnen – Oliver – scheint allerdings mehr zu wissen, als er zugibt.

Die bunt zusammengewürfelte Truppe ist allerdings alles andere pflegeleicht. Die seltsame Situation in einer entvölkerten Umgebung herumzuirren, erzeugt einiges an Anspannung, die sich zwischen den Gruppenmitgliedern immer häufiger entlädt. Als dann plötzlich aus dem Hinterhalt scharf geschossen wird, nimmt die Geschichte ihren rastlosen Lauf.

Gedreht wurde die Serie von einer Gruppe junger Theater-, Film- und Fernsehwissenschaftler, die es sich zum Ziel gesetzt hatten ”sich von der großen Masse minderqualitativer Videos, die im Internet kursieren abzuheben und ein sendefähiges Format zu produzieren.”

Genau das ist gelungen, die Schauspieler überzeugen, das Setting ist genial und der Look der Serie ist wirklich auf allerhöchstem Niveau. Die Story entwickelt dabei, trotz der für Webserien typisch kurzen, etwa 7-minütigen Folgen, einen ungeheuren Sog. Es ist schwer sich loszureisen von Dämmerung und ich gebe zu, ich habe alle Folgen in einen Rutsch sehen müssen.

Schade nur, dass die 2. Staffel erst im Herbst dieses Jahres zu sehen sein wird. Das Warten wird sich aber lohnen, da bin ich sicher.

All denen, die die Serie noch nicht kennen sollten, gebe ich eine absolute Empfehlung mal reinzuklicken.

Netz

how to behave on an internet forum

Damit ihr schon einmal wisst, wie es hier lang geht, bzw. gehen soll.

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