Ja gibt’s denn so was, seit Neustem macht die GEZ auf Kuschelkurs und spendiert sich neben neuer Diskussionsplattform auch ein neues Logo. Das sieht zwar eher aus wie ein Öko-Apfelbauer-Logo, aber es ist halt grün – wie die Hoffnung.
Von der müssen sie auch angetrieben worden sein, denn anders ist die neue Webseite gez-meine-meinung.de nicht zu erklären. Da heißt es:
“Die GEZ und das Rundfunkgebührensystem liefern einigen Diskussionsstoff. Dessen sind wir uns bewusst und diesem Dialog möchten wir uns stellen.”
Da bewegen sich die Gebühreneinzieher allerdings auf ganz dünnem Eis, wenn ihr mich fragt. Vor allem, wenn von einem Dialog noch überhaupt nichts zu sehen ist. Auf der Webseite gibt es zwar “Mitarbeiter-Blogs“, ein Forum und ein – huch wie altbacken – Chat, aber so viele GEZler scheinen da nicht unterwegs zu sein. Die User/Kunden/Bürger bleiben hier derzeit noch unter sich.
So lange werden sie aber dort nicht bleiben, das kann ich schon voraussagen. Denn das Forum hat, wie es sich bei einer Behörde gehört, nämlich Öffnungszeiten (!!). Montag bis Freitag 8 bis 22 Uhr darf hier geschrieben werden. Alles, was gegen die Regeln verstößt, wird aber auch gleich wieder gelöscht.
Abgesehen von dieser etwas seltsamen Gängelung ist das Forum auch noch sehr unübersichtlich, es gibt nur ein einziges Unter-Forum, wo sich derzeit unendlich viele sinnlose und sinnvolle Beiträge verstecken. So ganz durchdacht scheint das nicht zu sein.
Was es überhaupt bringen soll, noch ein GEZ-(Stänker)-Forum aufzumachen – und das auch noch gebührenfinanziert – kann ich auch nicht nachvollziehen. Dass die Rundfunkgebühren in ihrer jetzigen Form keine große Unterstützung in der Bevölkerung erfährt, sollte inzwischen ja auch bei der GEZ angekommen sein, da hilft auch die angebotene Dialogbereitschaft nichts – vor allem, wenn von Dialog bisher weit und breit nichts zu sehen ist.
Alles in allem war die GEZ hier wohl eher sehr schlecht beraten. Wer hat denen nur diesen Web2.0-Quatsch aufgeschwatzt? Jeder der sich halbwegs im Internet auskennt weiß, dass bei solch einem schlechten Image, wie die GEZ es hat, ist es virtueller Selbstmord solch einen Vorstoß zu wagen.
Jedenfalls, wenn es so schlecht umgesetzt wird und tatsächlich überhaupt keine Interaktion zwischen Behörde und Nutzer stattfindet. Hier müssten jetzt schon ausgemachte Web2.0-Profis arbeiten und in Blog- und Forenbeiträgen mit den Leuten in Konakt treten und sinnvolle Diskussionen anregen. Denn ohne Frage könnte man das Image der GEZ aufbessern, wenn sie mal ganz klar sagen würde, dass nicht sie die Gebühren machen, sondern “nur” einziehen.
So wie es jetzt läuft, werden sich die nächsten Tage wohl nur noch die Trolle austoben, aber auch die werden irgendwann mal die Lust verlieren. Was dann da noch groß passieren soll, das müssen mir die PR-Berater der GEZ mal erklären. Fairerweise sei aber noch angemerkt, dass das Portal gerade erst gestartet ist. Vielleicht sollte man noch den ersten “Experten-Chat” am 22.02. mit dem GEZ-Marketing-Chef Adalbert von Cramm abwarten, bevor man den Abgesang der Plattform anstimmt.
In der bisherigen Form schadet sie der GEZ allerdings mehr, als sie nutzt.
Die UEFA hat das neue Logo, oder was auch immer, für die EM 2012 vorgestellt. Wo wir dann auch wieder beim LSD wären.
Irgendwas von Wäldern und Wiesen und Blumen und der Sonne und dem Himmel will man uns erzählen. Ah ja, alles klar.

Na wenn sie sich da nicht ein dickes fettes Eigentor geschossen haben. Der Sportartikelhersteller JAKO und deren Rechtsanwaltskanzlei überziehen den Fußballblogger Trainer Baade seit ein paar Monaten mit absolut unrealistischen Forderungen, nur weil der das neue Logo des Herstellers nicht gut fand.
Gelesen haben diesen Beitrag rund 400 Leute, was also dermaßen geschäftsschädigend sein soll, dass Baade jetzt 5100 Euro zahlen soll. Von Verhältnismäßigkeit gar keine Spur also.
Aber so läuft das im Internet leider immer noch: Die großen Unternehmen kaufen sich für teuer Geld ihr Markenimage von Agenturen ein und da kann man dann schon mal verschnupft reagieren, wenn ein dahergelaufener Blogger einfach an dem teuren Logo rumkritisiert – kann ja wohl nicht angehen.
Blöd nur, dass ein Markenimage eben nicht aus einem Logo oder irgendwelchen tollen Firmenphilosophien besteht, sondern aus dem, was die Produktfans und Kunden darüber zu sagen haben. Apple ist nicht Apple, weil sie viel Geld für ihr Image ausgeben, sondern weil sie Millionen von überzeugten Apple-Fanatikern hinter sich haben, die jeden Kritiker allein durch schiere Masse zum Schweigen bringen können.
Was jetzt allerdings passiert ist dann irgendwie so richtig blöd für JAKO. Erst das Markenimage aufpoliert und jetzt durch einen juristisch unklugen Schritt dafür gesorgt, dass sehr viele darauf aufmerksam werden, dass die nette Firma doch nicht den großen Sportsgeist besitzt, den sie gerne propagieren. Image-Schaden durch übereifrigen Markenschutz also – dumm gelaufen.
Vielen unserer Leser und selbst mir wäre es nicht aufgefallen, hätte JAKO einfach um die Löschung oder Umformulierung des Beitrages verlangt. So allerdings werden ab sofort nicht nur unsere paar Leser sondern sicherlich ein paar Tausende mehr ein etwas anderes Markenimage von JAKO haben. Noch dazu, wenn es sich wie hier um ein klassisches David-gegen-Goliath-Szenario handelt, auf wessen Seite das pöbelnde Volk stehen wird, ist wohl klar oder?
Keiner verlangt, dass man sich als Unternehmen oder Person im Internet beschimpfen lassen muss, man sollte aber die Verhältnisse im Auge behalten, nicht nur aus der menschlichen sondern auch aus der PR-Perspektive. Irgendwie unklug, so viel negative Publicity zu erzeugen oder?
Das hätte JAKO eigentlich schon wissen müssen, so neu ist das Web2.0 ja nun nicht mehr. Trotzdem haben sie es geschafft, selbst aus einem klein bisschen Kritik einen großen Imageschaden zu machen. Bravo! Da kann man nur hoffen, dass die Geschäftsleitung bald ein Einsehen hat und Baade ein großzügiges Angebot machen wird und die Klage zurückzieht. Bevor aus dem Schaden ein Desaster wird.

Wer es weiß, bitte nicht so schnell verraten. 
Update: Na gut, irgendwie scheinen unsere Leser keine Rätselfreunde zu sein. Ich werde die Unwissenden nicht länger auf die Folter spannen. Des Rätsels Lösung nach dem Klick:
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Endlich ist unser Vereinslogo fertig. Das Logo ist ein Produkt der Lange-Teamwork AG. Ich hoffe es gefällt euch. Nun brauchen wir nur noch die passenden Trikots, wo das Logo draufkommt und ab geht die Post.