Heute ist der 3/14 – im amerikanischen Datumsformat geschrieben. Das sind bekanntermaßen die ersten 3 Ziffern der Kreiszahl π (Pi). Darum wird heute, um ganz genau zu sein um 1 Uhr 59 und 26 Sekunden, der Pi-Tag gefeiert.
Begründet wurde der inoffizielle Feiertag von Larry Shaw aka “Prince of Pi”, der am Exploratorium in San Francisco arbeitet. Dort wurde 1988 zum ersten Mal der Pi-Tag gefeiert. In den USA ist der Pi-Tag mittlerweile schon Tradition. An den amerikanischen Schulen finden z.B. Kuchenwettessen statt (weil Kuchen = engl. pie) oder Wettkämpfe im Aufzählen der Nachkommastellen von Pi. In Deutschland allerdings wird der Pi-Tag kaum begangen. Ich finde, es wird Zeit, dass sich das ändert.
Also ladet eure Freunde auf einen kreisförmigen Kuchen ein, testet, wer mehr Dezimalstellen von Pi aus dem Kopf aufzählen kann und denkt daran, wie arm dran wir ohne Pi wären. Mehr Tipps wie man den Pi-Tag richtig feiert gibt es hier.
Und nun alle zusammen:
P.S. Der Albert hat übrigens heute auch Geburtstag.
Es geht die Angst um hier im Blog, wenn es darum geht, über ein heikles Thema zu berichten – die Musik. Warum es so heikel ist, darüber zu reden, ist ein soziologisches Problem, das tief in unserer Kindheit verankert zu sein scheint.
Es gibt kaum vergleichbare Themen, die so tabuisiert werden, wie die Zu- oder Abneigung zu bestimmten Bands oder Künstlern. Geschmäcker dürfen so ziemlich überall verschieden sein, aber bei der Musik hört der Spaß auf. Und wer erträgt schon die abwertenden Blicke und abfälligen Kommentare über die eigene Verehrung von Blümchen oder The Thermals?
Schuld an dieser Miesere sind Menschen, mit einem ganz bestimmten psychologischen Profil, dass ich jetzt mal als CBG-Syndrom bezeichne. Die Abkürzung steht dabei für comic book guy, benannt also nach dem bekannten brutal sarkastischen und versnobten Comicheft-Verkäufer aus den Simpsons.
Menschen, die am CBG-Syndrom leiden, halten sich für gottgleich auf ihren Spezialgebieten, die den meisten Menschen als völlig nebensächlich erscheinen. Das CBG tritt demnach sehr häufig bei Nerds auf, die beispielsweise Stammbäume von Comic-Enten entwerfen, Filmfehler zählen, Blogs schreiben oder eben Musik hören.
Im Musikbereich ist der klassische CBG-Leidende der Plattenladenbesitzer, der in seiner dunklen Höhle aus Platten, Kassetten und CDs sitzt und alle seine Kunden mit verächtlichen Blicken straft, die es wagen seine heiligen Hallen zu betreten und sogar nach völlig bescheuerten Bands fragen. Eine wunderbare Beschreibung dieser Musik-Autisten liefert Nick Hornby in seinem lesenswerten Buch High Fidelity (wer nicht lesen kann/will, es gibt auch einen sehr guten Film).
Obwohl Plattenläden in Deutschland so langsam den Kaufhäusern und Mediamärkten weichen, verschwindet der Musik-CBG einfach nicht von der Bildfläche. Sie verlagern ihre ätzenden Kommentare einfach ins Internet, da, wo jeder ihre geheiligten Worte nachlesen kann. Wie auf Steintafeln gemeißelt künden sie von unerträglicher Arroganz und komplett fehlender Wertschätzung anderer Meinungen. “Geschmäcker sind verschieden?! Nein, er kann nur falsch oder meiner sein.”
An dieser Stelle sei erwähnt, dass CBG-Leidende eigentlich immer Männer Mitte 30 sind, das Leiden unterscheidet sich also sehr stark von jugendlichem Fanatismus, wie er im Pokemon und Boygroup-Lager zu finden ist. Dieser Fanatismus äußert sich eher in der völligen Ausblendung und Verneinung von Kritik am Verehrungsobjekt (Beispiel hier).
Die Aussicht auf CBG-Kommentare hier im Blog verängstigt unsere Musik-affinen Autoren hier im Blog im großen Maße. Unsere sensiblen Künstler fürchten einen bleibenden psychischen Schaden, nehme ich an. Deshalb liegt, trotz großer Kompetenz unserer Autoren, die Musik-Rubrik unseres Blogs noch ziemlich brach. Ich hoffe nun, dass hier einige motivierende und aufbauende Kommentare erscheinen, die unsere Musikredaktion endlich zur Arbeit bewegen.
Zu dem hier, fällt mir eigentlich nur das hier ein:
Was machen die denn so ein Fass auf, selbst wir hier in Augsburg haben einen Apple-Shop. Natürlich nur ein Reseller, aber wen interessiert denn sowas in Zeiten, in denen Apple selbst bei MediaMarkt, Saturn oder gar Real verballert wird? Ich glaub die Nerds übernehmen langsam die Weltherrschaft, ich konnte mir das ja in Peking schon anschauen. Oder aber die Münchner haben einfach zu viel Geld.
Sir Peter, könnten sie uns diese Woche einen Eindruck aus München vermitteln? Danke im Voraus.