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Grobe Unsportlichkeit von JAKO

Na wenn sie sich da nicht ein dickes fettes Eigentor geschossen haben. Der Sportartikelhersteller JAKO und deren Rechtsanwaltskanzlei überziehen den Fußballblogger Trainer Baade seit ein paar Monaten mit absolut unrealistischen Forderungen, nur weil der das neue Logo des Herstellers nicht gut fand.

Gelesen haben diesen Beitrag rund 400 Leute, was also dermaßen geschäftsschädigend sein soll, dass Baade jetzt 5100 Euro zahlen soll. Von Verhältnismäßigkeit gar keine Spur also.

Aber so läuft das im Internet leider immer noch: Die großen Unternehmen kaufen sich für teuer Geld ihr Markenimage von Agenturen ein und da kann man dann schon mal verschnupft reagieren, wenn ein dahergelaufener Blogger einfach an dem teuren Logo rumkritisiert – kann ja wohl nicht angehen.

Blöd nur, dass ein Markenimage eben nicht aus einem Logo oder irgendwelchen tollen Firmenphilosophien besteht, sondern aus dem, was die Produktfans und Kunden darüber zu sagen haben. Apple ist nicht Apple, weil sie viel Geld für ihr Image ausgeben, sondern weil sie Millionen von überzeugten Apple-Fanatikern hinter sich haben, die jeden Kritiker allein durch schiere Masse zum Schweigen bringen können.

Was jetzt allerdings passiert ist dann irgendwie so richtig blöd für JAKO. Erst das Markenimage aufpoliert und jetzt durch einen juristisch unklugen Schritt dafür gesorgt, dass sehr viele darauf aufmerksam werden, dass die nette Firma doch nicht den großen Sportsgeist besitzt, den sie gerne propagieren. Image-Schaden durch übereifrigen Markenschutz also – dumm gelaufen.

Vielen unserer Leser und selbst mir wäre es nicht aufgefallen, hätte JAKO einfach um die Löschung oder Umformulierung des Beitrages verlangt. So allerdings werden ab sofort nicht nur unsere paar Leser sondern sicherlich ein paar Tausende mehr ein etwas anderes Markenimage von JAKO haben. Noch dazu, wenn es sich wie hier um ein klassisches David-gegen-Goliath-Szenario handelt, auf wessen Seite das pöbelnde Volk stehen wird, ist wohl klar oder?

Keiner verlangt, dass man sich als Unternehmen oder Person im Internet beschimpfen lassen muss, man sollte aber die Verhältnisse im Auge behalten, nicht nur aus der menschlichen sondern auch aus der PR-Perspektive. Irgendwie unklug, so viel negative Publicity zu erzeugen oder?

Das hätte JAKO eigentlich schon wissen müssen, so neu ist das Web2.0 ja nun nicht mehr. Trotzdem haben sie es geschafft, selbst aus einem klein bisschen Kritik einen großen Imageschaden zu machen. Bravo! Da kann man nur hoffen, dass die Geschäftsleitung bald ein Einsehen hat und Baade ein großzügiges Angebot machen wird und die Klage zurückzieht. Bevor aus dem Schaden ein Desaster wird.

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