
by Stephan Geyer
Ich mag die Chinesen für ihre teilweise verrückten Ideen. Aber das was ich gerade gelesen habe, ist ja der Hamer: Die lokalen Regierungen fordern die Chinesen auf mehr zu rauchen. Zum Wohle der Wirtschaft versteht sich.
Es sollen vor allem die lokalen Marken geraucht werden, dafür wurde eine Raucher-Quote eingeführt. Rauchende Beamte die nicht genug tun um die Ziele zu schaffen werden selbstverständlich bestraft. Die Quote gibt es auch für Lehrer an Schulen und selbst da bleiben auch unangemeldete Kontrollen der Zigarettenstummel nicht aus. Herrlich.
Gibt es eigentlich Zigaretten “Made in Germany”? Ist doch ein gescheiter Vorschlag… 

Wenn man sich die Bilanzen der verschiedenen Banken im letzten Quartal so anguckt mag man gar nicht glauben, dass wir uns wirklich in einer Wirtschaftskrise befinden. Man findet Gewinne in Milliardenhöhe und Dividendenausschüttungen mit astronomisch hohen Zahlen. Möglich macht es das Fair Value Konzept und ein geändertes Bilanzrecht. Das Fair Value Konzept ist erstmal relativ logisch. Hat ein Banker verschiedene Aktien in seinem Depot, die an Börsenwert gewinnen, also nachgefragt sind, so kann die Bank diesen Wert als Gewinn verbuchen, obwohl sie die Aktie nicht verkauft hat. Aber da sie ja die Aktien jederzeit verkaufen könnte, zu dem an der Börse gehandelten Preis, entsteht ein hypothetischer Gewinn, der auch in den Bilanzen mit verrechnet werden kann.
Doch jetzt kommt das Sinnlose an der Geschichte. Die deutsche Bundesregierung hat in einer Nacht- und Nebelaktion das deutsche Bilanzrecht, als Reaktion auf die Krise, geändert. So können zwar weiterhin hypothetische Gewinne verbucht werden, jedoch brauchen sinkende Kurse, was ja logisch wäre, nicht als Verluste in den Quartalsbericht geschrieben werden. Dort wird dann einfach der Wert hineingeschrieben, den das Aktienpapier vor der Krise hatte. Und das wird solange gemacht bis die Aktien dann irgendwann einmal wieder gestiegen sind. Somit macht die Bank mit Aktiengeschäften in ihrem offiziellen Quartalsbericht keine Verluste mehr. So verwandelte die Deutsche Bank letztes Jahr aus einem Verlust von 431 Millionen Euro einen Gewinn von 414 Millionen Euro, was einer Bilanzveränderung von 845 Millionen Euro entspricht.
weiterlesen…
Jeden Tag lesen wir neue Meldungen zur Finanzkrise und jeden Tag scheinen die Zahlen immer größer zu werden. Insgesamt sei jetzt von einer weltweiten Geldvernichtung im Wert von 1,1 Billionen Euro die Rede. Um diese Zahl zu veranschaulichen sei gesagt, dass dies in etwa dem Betrag entspricht, der nötig wäre um in Afrika 25 Jahre lang die Armut zu bekämpfen. Die EU-Kommission hat ihren Mitgliedsländern heute ein Konjunkturprogramm in Höhe von 200 Milliarden Euro vorgeschlagen, um einen zu starken Durchschlag der Finanzkrise auf die Realwirtschaft zu verhindert. Doch kann man ernsthaft noch glauben, dass dieser „Durchschlag“ gemindert werden kann? Schon jetzt stoppen die großen Automobilunternehmen ihre Produktion und seit letzter Woche Mittwoch wissen wir durch das Beispiel BASF, dass sich die Finanzkrise nicht nur auf die Immobilien-, Automobil- und Bankenbranche beschränkt. Ganz im Gegenteil. Wir müssen davon ausgehen, dass alle Bereiche des ökonomischen Lebens von dieser Krise betroffen sein und dass Millionen von Jobs verloren gehen werden. Diese Krise wird eine der stärksten seit 1929, was alleine schon ihre Ausbreitungsgeschwindigkeit beweist. Gingen die Wirtschaftsweisen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Oktober, für das Jahr 2009 noch von einem Wirtschaftswachstum von 1,0% aus, so revidierten sie innerhalb von 6 Wochen ihre Annahme um 1,9% nach unten auf ein Minuswachstum von 0,9%. Dies wäre ein Wert, den die deutsche Wirtschaft erst zwei Mal in ihrer Geschichte erreicht hatte und zwar nach dem Abflauen des Einheitskaufrausches 1993 und nach dem Ölschock 1975. Und wir wissen nicht welche Zahlen morgen veröffentlicht werden.
weiterlesen…