Heute zufällig in der Mensa an der BHT Berlin gesichtet:
Am meisten erstaunt war ich darüber, dass Turbostaat in Zossen auftritt. Das ist schon geil. Vor allem, weil ich die auf dem Immergut-Festival verpasst habe. Natürlich ist die Anti-Nazi-Demo auch wichtig und wer Zeit hat, sollte da unbedingt mitmachen.
Mehr Infos zur gesamten Veranstaltung gibt’s hier.
Eigentlich hatte ich wie immer keine Lust zu diesem „Fest“ zu gehen, aber irgendwie hab ich es doch jedes Jahr gemacht. So auch gestern.
Das berühmt berüchtigte „Fest der Vereine“ in Zossen, immer am 1. Mai. Schon auf dem Weg vom Auto zum Festgelende (Stadtpark), traf ich lustige Jugendliche Gruppen mit Flaschen in der Hand und ich wusste sofort wo ich hier bin. Torkelnde Erwachsene, die meine Eltern sein könnten, kamen mir entgegen.
Wie immer schauen die zahlreich versammelten „security Leute“ in meinen Beutel und suchen nach Glasflaschen mit alkoholischem Inhalt. Angekommen mitten im Getümmel, merke ich wie unwohl ich mich fühle und wie wenig Lust ich auf dieses Fest habe. Was hilfst, schwupp treffe ich Leute, die ich von irgendwo her, schon mal irgendwo gesehen haben „Hi, wie geht’s? Was machst du so? Willst nen Schluck?“ und schon ist man im Gespräch.
Es wird dunkel, die Mücken stechen und mir ist kalt. Ach was solls, bis zum Feuerwerk halte ich es noch aus und dann hau ich ab. So wandern wir (meine neuen „Freunde“ und ich) zum nächsten Auto, „Nachschub“ holen, „ist doch viel zu teuer uf dem scheiß Fest“. Alle werden irgendwie lustiger und betrunkener. Die Stimmungen sind gelöst von keifenden „Frauen“ zu grabschenden Männern, man sieht so einiges.
Endlich, das Feuerwerk rückt näher. Wie immer, werden vorher an alle Wunderkerzen verteilt, leider bekam ich diesmal keine ab, wir haben es nämlich gerade noch rechtzeitig aufs Gelände geschafft. Die Zeit vergeht eben schnell, wenn man sich Amüsiert. Es beginnt und ich schaue mich um. Da ist der eine, der das ganze Spektakel mit der Handykamera aufnimmt und es sich wahrscheinlich nie wieder ansieht, dann das sich liebende Paar (wortwörtlich), die Einzelgänger die einfach in die Luft gaffen und natürlich die frisch gefundenen Paare, die sich arm in arm, ganz romantisch das „gigantische“ Feuerwerk anschauen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, ist auch alles vorbei und der DJ legt los.
Gerade war ich noch begeistert, nicht von der Musik, sondern von der tanzenden Jugend, die richtig Spaß bei dem hatten was sie taten, das war schließlich nicht jedes Jahr so, denn diesmal wurde selbst die Bühne unsicher gemacht. Schon war mir ein Lob rausgerutscht und das war wohl zu viel des guten, denn prompt versagte der DJ und verriss das geliebte Atzenlied und brachte danach ein Lied von Seeed. Also totales Versagen.
Alle meiner neuen/alten Freunde hingen von einer Sekunde zur anderen in den Seilen, das war mein Stichwort und somit war ich um 2 Uhr, zerstochen und halb erfroren, aber mit einem Lächeln, im Bett.
Am Samstag, den 11.04., war traditionell wieder Oster-Ska in Zossen. Tobi und ich wollten uns das nicht entgehen lassen, mussten aber, als wir kurz nach 20 Uhr vor Ort waren, erst mal skeptisch mit ansehen wie langsam sich das E-Werk füllte. Die Osterfeuer in der Umgebung waren wohl die angesagteren Veranstaltungen an diesem Abend.
Als es dann gegen 22 Uhr losging, haben sich nach meiner Schätzung immerhin knapp 100 Leute eingefunden. Als erstes spielten Harvey & The Ballbangers, die mit ihrem jazzig-bluesigen Ska-Punk schon ordentlich Spaß machten. Doch außer der anwesenden Punks, wollte kaum einer richtig tanzen, was dem Frontmann und Sänger zu der ein oder anderen zynischen Bemerkung verleitete (die genauen Wortlaute fallen mir leider nicht mehr ein). So sagte er kurz vor Ende des Auftritts sinngemäß – anscheinend um die mies drein guckenden Zuschauer zu beruhigen -, dass gleich die viel bessere Band „Port Royal“ auf die Bühne kommen würde. Ob er das ernst gemeint hat, weiß ich nicht, geklungen hat es nicht so.
Mein Geschmack war Port Royal im Gegensatz zur ersten Band jedenfalls nicht. Das klang mir alles zu poppig und glattgebügelt. So sahen sie übrigens auch aus: Mit Anzug und Sonnenbrille wurde sogar schon mal die ein oder andere Choreographie vorgeführt, was zwar nicht viel mehr als synchrone Armbewegungen waren, aber mich doch zu sehr an Popstars und Co. erinnerte. Im angeheiterten Zustand hatte ich trotzdem kein Problem damit zu dieser Musik – laut Selbstbeschreibung eine Mischung aus Reggea, Ska und Rocksteady mit Bläsern und Frontfrau – zu tanzen. Denn tanzbar waren die Songs.
Neben den zwei Bands spielte den ganzen Abend auch DJ Seife im Energiecafé, der eine tolle Auswahl von Ska- und Ska-ähnlichen Songs auflegte.
Fazit: Ein tolles Event, das mehr Zuschauer verdient hätte. Die goldenen Zeiten des E-Werks sind wohl längst vorbei, was zum großen Teil wohl einfach am Dorfpöbel liegt, der lieber immer wieder das „Beste aus den 80ern, 90ern und von heute“ hört anstatt echter Livemusik.